Kreditkrise der Autobauer
BMW sorgt bei Ausfall-Risiken vor

Die katastrophale Lage auf dem US-Automarkt bringt BMW in Bedrängnis. Um sich gegen Kreditausfälle und Restwertrisiken geleaster Fahrzeuge abzusichern, müssen die Münchener weitere 232 Millionen Euro investieren. Die Probleme im Automobilgeschäft sind damit aber noch lange nicht gelöst.

DÜSSELDORF. Die Auswirkungen der Finanzkrise belasten das Finanzdienstleistungsgeschäft von BMW unerwartet stark. Vor allem wegen der katastrophalen Lage auf dem US-Automarkt mussten die Münchener die Vorsorge für Kreditausfälle und Restwertrisiken geleaster Fahrzeuge im dritten Quartal um weitere 232 Mio. Euro erhöhen. Insgesamt hat BMW damit im laufenden Geschäftsjahr bereits mehr als eine Mrd. Euro in die Risikovorsorge gepackt. Diese Summe entspricht 2,6 Prozent des Konzernumsatzes in den ersten neun Monaten. Beim Stuttgarter Konkurrenten Daimler betrug die entsprechende Risikovorsorge 445 Mio. Euro oder nur 0,6 Prozent vom Umsatz.

Neben der Finanzsparte leidet auch das Automobilgeschäft. Mit dem PKW-Verkauf verdiente BMW vor Steuern von Anfang Juli bis Ende September nur 18 Mio. Euro nach 704 Mio. Euro im Vorjahresquartal – ein Ergebniseinbruch um 97 Prozent. Die USA sind der wichtigste Absatzmarkt der Münchener – mehr als ein Fünftel der Neufahrzeuge liefert BMW dort aus. Der bereits seit Jahresbeginn rückläufige Absatztrend verstärkte sich im dritten Quartal: Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Minus 5,8 Prozent. Es kommt noch schlimmer: Im Oktober brach der Absatz auf dem US-Automobilmarkt um 32 Prozent ein. Für Europa und Deutschland rechnen Branchenexperten mit einem deutlich zweistelligen Minus bei den Verkaufszahlen.

Beim Vergleich der Absatzzahlen einzelner Konzernmarken zeigen sich Parallelen zu Daimler. Der Absatz der Marke BMW sank im dritten Quartal um 5,3 Prozent. Die Marke Mini dagegen legte beim Absatz um 1,4 Prozent zu. Daimler konnte im dritten Quartal den Absatz des preisgünstigsten Kleinwagens Smart um 20 Prozent erhöhen. BMW-Kunden sind die Modelle 6er, 7er, X3 und X5 offenbar zu teuer. Die Kaufzurückhaltung in der automobilen Oberklasse drückt sich im Umsatz pro verkauftem Auto aus: Dieser sank bei BMW im dritten Quartal von 35 450 Euro im Vorjahr auf 33 297 Euro.

Seite 1:

BMW sorgt bei Ausfall-Risiken vor

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%