Kreditpaket
Wadan-Werften unter dem Rettungsschirm

Unter dem Rettungsschirm des Bundes haben Banken für die Wadan-Werften in Ostdeutschland das dringend benötigte Kreditpaket geschnürt. Die Finanzkrise trifft die Schiffbau-Branche besonders hart, da oft die Endfinanzierung der Neubauten nicht gesichert ist.

HB WISMAR/ROSTOCK. Deutsche Bank und KfW Ipex Bank haben sich bereiterklärt, den beiden Schiffbaubetrieben in Wismar und Warnemünde jeweils einen Kredit in Höhe von 90 Millionen Euro zu gewähren. Die Verhandlungen dazu sind auf gutem Wege, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Das Konsortium refinanziert die Kreditsumme von insgesamt 180 Millionen Euro über die KfW, die den entsprechenden Antrag jedoch noch genehmigen muss.

Mit den in Aussicht gestellten Krediten kann Wadan Yards den Bau von zehn der derzeit zwölf in Auftrag befindlichen Schiffe finanzieren. Der Engpass in der Zwischenfinanzierung war infolge der internationalen Finanzkrise entstanden. Das Kreditpaket der Deutschen Bank und der KfW Ipex Bank kam unter dem Rettungsschirm der Bundesregierung zustande. Im Rahmen des Konjunkturpakets sichert der Bund 90 Prozent der Risiken dieses Kreditgeschäfts ab.

Die beiden beteiligten Banken setzen mit ihrem Engagement ein Zeichen in der Branche, denn Kredite für Zwischenfinanzierungen zum Bau von Schiffen sind in Deutschland derzeit kaum zu bekommen. Ohne sogenannte Bauzeitfinanzierungen können Werften vor allem den Bau großer Schiffe nicht stemmen. In der Regel zahlen die Reeder bei Auftragsvergabe lediglich 5 bis 20 Prozent des Gesamtkaufpreises an.

Verschärft wird die Finanzklemme im Schiffbau dadurch, dass in den zurückliegenden Boomjahren der Containerschifffahrt zahlreiche Schiffsneubauten ohne genügend abgesicherte Endfinanzierungen geordert wurden. Nach Angaben des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik in Hamburg befinden sich aktuell 29 Schiffsbestellungen in den Auftragsbüchern, für die die Finanzierung nicht steht. Insgesamt sind auf den deutschen Werften momentan 172 Schiffsneubauten geordert.

Bei Wadan Yards in Wismar sieht der in der Geschäftsführung für Finanzen zuständige Stefan Säuberlich den Schiffbaubetrieb mit dem Kredit zunächst wieder in ruhigerem Fahrwasser. „Die jetzt avisierte Kreditlinie würde uns in die Lage versetzen, einen Großteil des “Ende des vergangenen Jahres gewährten Darlehens des Landes Mecklenburg- Vorpommern in Höhe von 60 Millionen Euro vor Ablauf der Tilgungsfrist Ende März 2009 zurückzuzahlen, sagt er.

Die Werften von Wismar und Warnemünde liefern nach jetzigem Auftragsstand im dritten Quartal 2010 die vorerst letzten Schiffe aus. Aus Eigenmitteln hatte der Schiffbaubetrieb 2008 bereits 100 Millionen Euro für die Zwischenfinanzierung einer Fähre und weitere 50 Millionen Euro für zwei im Bau befindliche Containerschiffe aufgebracht.

Werftmanager Säuberlich betonte, das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, Anschlussaufträge zu akquirieren. Eine Auftragslücke sei nicht „zwangsläufig“. Sollte die Auftragsflaute länger als erwartet andauern, habe das Schiffbauunternehmen auch die Möglichkeit, „Auftragsabwicklungen zu strecken und eventuell simplen Stahlbau hereinzunehmen“.

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