Kreise: Mehr als 5000 Mitarbeiter gehen freiwillig
VW-Abfindungsangebot kommt besser als erwartet an

Branchenkreisen zufolge nehmen bei Volkswagen mehr Mitarbeiter die Abfindungen an, als vom Konzern ursprünglich erhofft. Derweil haben IG Metall und Geschäftsleitung die Verhandlungen über letzte Details zur Sanierung der Traditionsmarke VW aufgenommen.

HB HAMBURG. Bislang hätten sich mehr als 5000 Mitarbeiter der Kernmarke VW für das laufende Abfindungsangebot entschieden, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Mittwoch. Volkswagen hatte zwar auf 5000 Abfindungsverträge gehofft, wäre nach Angaben aus Konzernkreisen aber auch mit 4000 zufrieden gewesen. VW wollte sich zur Akzeptanz seines Abfindungsprogramms nicht äußern.

Volkswagen hatte Schnellentschlossenen zusätzlich zu einer Abfindung eine Prämie von 54 000 Euro versprochen, wenn sie das Unternehmen bis Ende September verlassen. Danach halbiert sich der Bonus. Die Regelung gilt bis Jahresende. Die von VW angebotenen Abfindungen reichen je nach Betriebszugehörigkeit und Lohnstufe von 40 000 bis 195 000 Euro. Einschließlich des Bonus können Mitarbeiter bis zu 250 000 Euro für ihren Weggang erhalten.

Mit der Frist bis Ende September hatte VW erreichen wollen, dass möglichst bald absehbar ist, wie viele Beschäftigte auf diesem Weg zum freiwilligen Ausscheiden bewegt werden können. Von einer ersten Abfindungsofferte hatten nur wenige Beschäftigte Gebrauch gemacht. Der Konzern baut im Zuge der Sanierung bis zu 20 000 Stellen ab, den Großteil davon über Altersteilzeitregelungen.

Letzte Details für Sanierungsabschluss werden geklärt

Nach der Einigung auf die Eckpunkte zur Sanierung der Traditionsmarke VW haben IG Metall und Volkswagen-Geschäftsleitung Verhandlungen über letzte Details aufgenommen. Thema der Gespräche am Mittwoch sei die Ausgestaltung der von VW gemachten Produktionszusagen für die sechs westdeutschen VW-Werke und die Form der Gewinnbeteiligung für die Beschäftigten, sagte ein IG-Metall-Sprecher in Hannover. Die Ergebnisse sollen in einen Tarifabschluss einfließen, über den die Große Tarifkommission der Gewerkschaft am Freitag abstimmen soll.

Der VW-Vorstand bestätigte unterdessen die mit der IG Metall am vergangenen Freitag ausgehandelten Einigung und beauftragte seine Verhandlungskommission, mit der Gewerkschaft letzte offene Fragen auszuhandeln.

Der Einigung zufolge sollen die Beschäftigten in den westdeutschen Werken länger arbeiten. Für die knapp 100 000 Beschäftigten wurde ein Arbeitszeitkorridor zwischen 25 und 33 Wochenstunden festgelegt. Bislang gilt bei VW eine Vier-Tage-Woche mit 28,8 Stunden. Mehr Gehalt erhalten die Arbeitnehmer nicht. Als Ausgleich sollen aber ein Betrag von 6300 Euro für die betriebliche Altersvorsorge pro Mitarbeiter und eine Erfolgsbeteiligung gezahlt werden. Woran sich diese orientiert - ob am operativen Ergebnis oder der Rendite - gehört zu den offenen Fragen.

Als Gegenleistung für die Mehrarbeit sagte VW den Arbeitnehmervertretern auch eine Beschäftigungssicherung über 2011 hinaus zu. Zu den Garantien für die westdeutschen Werke gehört, dass künftig der neue Golf und ein weiteres Massenmodell in dem zuletzt gerade noch zu 70 Prozent ausgelasteten Stammwerk Wolfsburg gebaut werden soll.

Die Klärung der noch offenen Details hatten die Tarifparteien nach einem mehr als 20-stündigen Verhandlungsmarathon am Freitag auf Mittwoch verschoben.

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