Kreise: Molkerei erwägt Übernahme
Granarolo schielt auf Parmalat

Nach Informationen aus mit der Situation vertrauten Kreisen überlegt die italienische Molkerei Granarolo derzeit, den bankrotten größeren Konkurrenten Parmalat für rund zwei Milliarden Euro zu schlucken.

HB MAILAND. Bereits in der Vergangenheit hat das nicht börsennotierte Unternehmen darauf bestanden, Parmalat sollte in den Händen italienischer Investoren bleiben, und damit eine mögliche Übernahme angedeutet. Medienberichten zufolge führte Granarolo-Chairman Luciano Sita bereits Gespräche mit Regierungsvertretern. Der Nahrungsmittelkonzern aus Parma hatte im Dezember 2003 inmitten eines milliardenschweren Finanzskandals Insolvenz angemeldet. Wie Reuters am Mittwoch aus einer mit den Verhandlungen vertrauten Quelle erfuhr, soll die Transaktion in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden, während sich Parmalat mit einer Umwandlung von Schulden in eigene Aktien auf eine Rückkehr aufs Börsenparkett vorbereitet.

Medienberichte, wonach Parmalat zwischen 1,8 und zwei Mrd. € bewertet werde, als sinnvoll. Die größten Hürden bei der Bewertung seien überwunden. Weiter verlautete, eine Transaktion vor einer Rückkehr Parmalats an die Börse sei unwahrscheinlich. Diese wird für September oder Oktober erwartet.

Eine Übernahme Parmalats durch die in Bologna ansässige Molkerei dürfte für Granarolo kartellrechtliche Hindernisse mit sich bringen. Gemeinsam kämen beide Unternehmen in Italien auf einen Marktanteil von rund 70 %. Italiens Wettbewerbshüter kündigten daher am Mittwoch für den Fall einer Offerte Überprüfungen an. Bislang sei bei der Behörde aber keine Übernahme angemeldet worden, sagte ein Sprecher.

Granarolo ist wesentlich kleiner als Parmalat und setzte 2004 insgesamt 852 Mill. € um. Die Konkurrentin aus Parma brachte es auf rund 3,7 Mrd. €. Während Granarolo 1 300 Mitarbeiter beschäftigt, will Parmalat sein Personal auf weniger als 17 000 reduzieren. Vor dem Bankrott beschäftigte Parmalat weltweit rund 32 000 Mitarbeiter.

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