Kriegsgerät
Saudis ordern für Milliarden beim Rüstungsriesen BAE

Der britische Rüstungskonzern BAE Systems steht einem Zeitungsbericht zufolge unmittelbar vor dem Abschluss eines 20-Milliarden-Pfund-Geschäfts mit Saudi-Arabien. Es wäre einer der größten Exportaufträge in der britischen Geschichte. Der geplante Deal hatte bereits im vergangenen Jahr in politischer Hinsicht für Schlagzeilen gesorgt.

HB LONDON. Die „Times“ berichtete am Freitag ohne Nennung von Quellen, die Regierung in London habe den entsprechenden Vertrag über die Lieferung von 72 Eurofighter-Kampfjets kürzlich an den saudiarabischen König Abdullah bin Abdul Asis geschickt. Dieser werde das Dokument wohl in der kommenden Woche unterzeichnen.

Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters indes, der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses stehe noch nicht genau fest. Darüber könne momentan nur spekuliert werden. Ein Sprecher des Konzerns wollte sich zum Stand der Verhandlungen nicht äußern. Es gehe um eine Angelegenheit zwischen den betroffenen Regierungen, sagte er. Beim britischen Verteidigungsministerium war zunächst niemand zu erreichen. Der BAE-Aktie tat dies am Freitag keinen Abbruch: Sie verteuerte sich zeitweise um vier Prozent.

Die Pläne für das Eurofighter-Geschäft waren erstmals im Dezember 2005 bekannt geworden. Der „Times“ zufolge würde mit dem Geschäft einer der größten Exportaufträge besiegelt, den Großbritannien jemals erhalten hat. Das Geschäft machte im vergangenen Jahr bereits in politischer Hinsicht Schlagzeilen: Damals stoppte die britische Regierung überraschend Korruptionsermittlungen gegen BAE in Bezug auf einen vorangegangenen 43 Milliarden Pfund schweren Auftrag aus Saudi-Arabien. Es war der größte Exportauftrag für Großbritannien aller Zeiten.

Zur Begründung hieß es, die Untersuchungen könnten die nationale Sicherheit gefährden und die Beziehungen zwischen beiden Staaten beschädigen. Inzwischen ermitteln aber auch die US-Justizbehörden gegen BAE wegen der Geschäfte mit der Regierung in Riad.

Der Eurofighter wird in einem Konsortium aus europäischen Rüstungsfirmen gebaut; Eigentümer von Eurofighter sind EADS, BAE und Finmeccanica.

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