Krise bei Autobauern
US-Regierung bringt Insolvenz ins Spiel

Nach US-Präsident George W. Bush denkt auch Finanzminister Henry Paulson darüber nach, ob eine Insolvenz die kriselnden Autobauer vor dem völligen Zusammenbruch bewahren könnte. Eine solche Möglichkeit bietet das US-Insolvenzrecht.

HB WASHINGTON. Bei einem geordneten Konkursverfahren nach Chapter 11 würden sich die Autofirmen unter Gläubigerschutz begeben. Sie könnten damit weiterproduzieren und unter gerichtlicher Aufsicht ihre Sanierung angehen. Die Autokonzerne hatten dies in der Vergangenheit abgelehnt mit dem Argument, die Verbraucher würden keine Autos kaufen von Herstellern im Insolvenzverfahren. Paulson hält hingegen offenbar ein solches Verfahren durchaus für geeignet, eine Sanierung zu ermöglichen. Dies könnte die beste Option sein, sagte am Donnerstagabend in New York.

General Motors und Chrysler hatten erklärt, sie benötigten noch in diesem Jahr zusammen 14 Milliarden Dollar, um eine Zahlungsunfähigkeit in den nächsten Wochen abzuwenden. Der dritte große US-Autobauer Ford hat erklärt, seine Finanzierung für 2009 sei gesichert. Die US-Autokonzerne sind durch massive Absatzeinbrüche in Bedrängnis geraten.

Der scheidende US-Präsident George W. Bush erklärte, er habe über eine Rettungsaktion für die Autokonzerne noch nicht entschieden. Er wolle aber seinem Nachfolger Barack Obama keine ungeordneten Verhältnisse hinterlassen. Auch Bush nannte einen Konkurs als möglichen Ausweg. "Dies wäre eine der Optionen", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Es heißt, eine Entscheidung über das Schicksal von General Motors (GM), Ford und Chrysler solle spätestens bis Weihnachten fallen.

Medienberichten zufolge denkt die Regierung auch weiterhin an die Möglichkeit eines vorläufigen Rettungspakets, das die Autobauer bis zum Amtsantritt von Präsident Barack Obama Ende Januar über Wasser halten können. Finanzminister Henry Paulson plane für GM und Chrysler zumindest rasche Notkredite von mehr als 14 Mrd. Dollar (9,7 Mrd Euro) aus dem zunächst für die Finanzbranche gedachten 700-Milliarden- Dollar-Rettungspaket, berichtete die "New York Times". So sollen die Hersteller zumindest über das erste Quartal 2009 hinweg zahlungsfähig bleiben.

Bush selbst sagte am Donnerstag (Ortszeit), ein Insolvenzverfahren nach US-Muster sei "unter normalen Umständen" eine Lösung. Doch herrschten "gegenwärtig keine normalen Umstände". Er wolle nicht als Präsident in die Geschichte eingehen, in dessen Amtszeit das Land in eine Depression stürzt.

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