Krise
Koenig & Bauer und Gewerkschaften vereinbaren Stellenabbau

Der Wandel der Medienbranche trifft nicht zuletzt die Druckerbranche. Nun haben sich die Gewerkschaften mit dem Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer auf einen Stellenabbau geeinigt.
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MünchenDer Druckmaschinenhersteller Koenig + Bauer (KBA) hat sich nach sechs Monaten Verhandlungsmarathon mit den Gewerkschaften auf einen Stellenabbau geeinigt. In einem ersten Schritt sollen dabei im KBA-Werk im pfälzischen Frankenthal 142 Stellen abgebaut werden, teilte das Unternehmen mit. Sollte die Belegschaft dem Kompromiss im Laufe der Woche in einer Urabstimmung zustimmen, könne die Arbeit in Frankenthal nach sechs Wochen Streik am Montag wieder aufgenommen werden.

In einem zweiten Schritt würden in dem Werk möglicherweise weitere Stellen abgebaut, sagte ein Firmensprecher zu Reuters, wollte jedoch keine Zahlen nennen. Bisher hatte das Unternehmen die Streichung von 250 bis 300 Stellen in Frankenthal geplant.

„Konzernweit prüfen wir weiter den Abbau von etwa 700 Stellen“, sagte der Sprecher. Dem Konzern, der derzeit insgesamt rund 6400 Mitarbeiter beschäftigt, macht der Wandel in der Medienbranche hin zu Internet und Smartphones zu schaffen, in deren Folge die Nachfrage nach Druckmaschinen für Zeitungen und Kataloge zurückgeht. Konkurrent Heidelberger Druck hat bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Stellen gestrichen.

Koenig + Bauer kündigte an, dass die Fabrik in Frankenthal künftig verstärkt Komponenten von Druckmaschinen für andere KBA-Standorte produzieren wird. Zudem soll sich das Werk für Aufträge von Fremdfirmen und für potenzielle Geschäftspartner öffnen. Im Gegenzug gab die Firma bis 2016 eine Standortgarantie für das Werk ab, was in der Politik auf Zustimmung traf. „Am Ende von langen, sehr schwierigen und manchmal aussichtslos erscheinenden Verhandlungen haben die Beschäftigten und ihre Vertreter mehr erreicht, als ursprünglich zu erwarten war“, sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck in Mainz. Der Verlust von Arbeitsplätzen trübe jedoch die Freude über die Einigung und zeige, dass sich Koenig + Bauer in einem schwierigen Markt bewege.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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