Kriselnder Autobauer
Nissan bewahrt Renault vor Verlust

Der Gewinn von Renault ist im vergangenen Jahr um zwei Drittel gefallen. Auf dem Ergebnis lasteten Abschreibungen und Umstrukturierungskosten in der zweiten Jahreshälfte in Höhe von 500 Millionen Euro.
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Paris/HamburgDer japanische Partner Nissan hat den französischen Auto-Hersteller Renault vor einem Verlust bewahrt. Während Renault im abgelaufenen Jahr wegen hoher Kosten für die Sanierung des Europa-Geschäfts und negativer Währungseffekte durch den starken Euro operativ in die roten Zahlen fuhr, sprudelten bei der Tochter die Gewinne. Denn der japanische Autobauer profitiert derzeit vom schwachen Yen, der den Export beflügelt. Massen-Hersteller wie Renault macht dagegen die schwache Pkw-Nachfrage in Europa zu schaffen. Allerdings schlug sich Renault deutlich besser als der taumelnde Rivale Peugeot.

Die Belastungen durch den Konzernumbau und Abschreibungen beziffere Renault am Donnerstag auf insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro. Darunter fielen auch Rückstellungen für das Iran-Geschäft, das von Sanktionen des Westens betroffen ist. Dies alles wurde durch die Beteiligung an Nissan aber mehr als wettgemacht. Vom Gewinn der Japaner strich Renault anteilig knapp 1,5 Milliarden Euro ein. Renault hält 43,4 Prozent am Nissan-Konzern, der wiederum mit 15 Prozent an den Franzosen beteiligt ist. Unter dem Strich blieb Renault ein Nettogewinn von 586 Millionen Euro, zwei Drittel weniger als vor Jahresfrist.

Weltweit steigerten die Franzosen den Absatz im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 2,63 Millionen Wagen. Während die Billig-Marke Dacia um 19 Prozent zulegte, verbesserte sich die Hauptmarke Renault nur marginal. Der Umsatz stagnierte bei 41 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr zeigte sich der Konzern optimistisch. Der Gewinn in der Autosparte werde wachsen. Durch den Ausbau seiner Aktivitäten außerhalb Europas will Renault den Umsatz bis 2017 auf 50 Milliarden Euro steigern und die operative Marge auf fünf Prozent erhöhen. Dies sei ein ehrgeiziges, aber realistisches Ziel, sagte Renault-Chef Carlos Ghosn, der Nissan in Personalunion führt. Im vergangenen Jahr war die Marge auf drei Prozent gestiegen.

Auto-Analyst Frank Schwope von der NordLB zeigt sich dennoch skeptisch: Während die deutschen Autobauer ihre Stellung im Premium-Bereich ausgebaut hätten, stärke Renault mit seiner Tochter Dacia das margenschwache Billig-Segment. Gerade hier werde aber in den nächsten Jahren die Konkurrenz durch chinesische Hersteller zunehmen, die an ihrer Expansion nach Europa arbeiteten. „Renault hat es versäumt, eine margenstarke Premiummarke aufzubauen“, so Schwope.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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