Kriselnder Autokonzern
PSA-Mitarbeiter besetzen Gebäude der Metall-Arbeitgeber

In Paris haben mehr als hundert Beschäftigte von Peugeot-Citroën gegen die geplante Schließung ihres Werkes protestiert – und kurzerhand die Zentrale des Metall-Arbeitgeberverbands besetzt.
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ParisMehr als hundert Beschäftigte des französischen Autobauers PSA Peugeot Citroën haben am Freitag die Zentrale des Metall-Arbeitgeberverbandes UIMM in Paris besetzt, um gegen die geplante Schließung ihrer Fabrik in Aulnay-sous-Bois bei Paris zu protestieren. „Wir sind ins Gebäude eingedrungen und werden so lange bleiben, bis unsere Forderungen angehört werden“, sagte ein Vertreter der Gewerkschaft CGT. Die Gewerkschaften fordern, dass jeder Beschäftigte des Werkes einen unbefristeten Arbeitsvertrag behält oder aber mit 55 Jahren in Frührente gehen kann.

Mit der Besetzung protestierten die Arbeiter gegen Kündigungen, gegen die Weigerung des Konzerns, mit ihnen zu verhandeln sowie gegen die Weigerung der sozialistischen Regierung in Paris, einen Schlichter zu ernennen, sagte der Gewerkschafter weiter. Bereits am Mittwoch waren Beschäftigte des betroffenen PSA-Werks beim Arbeitsministerium vorstellig geworden, um die Ernennung eines Schlichters zu verlangen.

In dem traditionsreichen Werk in Aulnay-sous-Bois mit seinen rund 2800 Mitarbeitern soll die Autoproduktion 2014 ganz eingestellt werden. Bisher hat PSA Peugeot Citroën nur für einen kleinen Teil der Belegschaft eine Lösung vorgeschlagen: Für sie soll das Logistikunternehmen ID Logistics ab Ende 2013 auf dem Werksgelände rund 600 Arbeitsplätze schaffen. Der schwer angeschlagene französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën hatte im vergangenen Jahr den Abbau von insgesamt 8000 Stellen in Frankreich angekündigt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kriselnder Autokonzern: PSA-Mitarbeiter besetzen Gebäude der Metall-Arbeitgeber"

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  • Die Gewerkschaften fordern, dass jeder Beschäftigte des Werkes einen unbefristeten Arbeitsvertrag behält oder aber mit 55 Jahren in Frührente gehen kann.

    Bin ich als Deutscher schon völlig verdreht oder stimmt mit der Geisteshaltung der französischen Gewerkschaft etwas nicht. Das Unternehmen steht spitz auf Knopf, verbrennt monatlich 200 Mio. €, da die Umsätze prozentual zweistellig fallen und die stellen solche Forderungen auf.
    Vielleicht könnte ein Franzose mal dazu Stellung nehmen oder jemand der in Frankreich arbeitet, mir völlig unverständlich.

  • Widerliche Barbaren: Rauben und Erpressen, das ist alles, was diese linke Meute kann

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