Kriselnder Autokonzern weiter tief in Verlustzone
GM steht kurz vor Einigung über Gesundheitskosten

Gut eine Woche nach der Insolvenz des Autozulieferers Delphi steht offenbar auch dessen einstige Muttergesellschaft, der krisengeschüttelte Autokonzern General Motors (GM), vor einer Richtungsentscheidung. Nach Informationen aus Gewerkschaftskreisen ist eine Einigung im Streit um die milliardenschweren Gesundheitskosten in greifbare Nähe gerückt.

hz NEW YORK. Diese gilt als ein zentraler Punkt für die Restrukturierung von GM. Konzernchef Rick Wagoner hatte zuvor den Druck auf die Gewerkschaft nochmals erhöht und gedroht, einseitig Leistungen zu kürzen, wie das „Wall Street Journal“ berichtete.

GM steckt zur Zeit in der wohl größten Krise seiner Geschichte. Sinkende Absatzzahlen, ein Berg von Schulden, eine ruinöse Rabattschlacht sowie steigende Pensions- und Gesundheitskosten haben sich zu einer Bürde aufgetürmt, die den 1908 gegründeten Konzern immer mehr in die Knie zwingen. Die Skepsis wächst, ob Wagoner das Ruder noch herumreißen kann. Die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte die Kreditwürdigkeit von GM, die sich bereits auf Ramschstatus befindet, vergangene Woche erneut herab.

Wagoner steht nach den drohenden neuen Milliarden-Belastungen für den Konzern aus der Insolvenz seines wichtigsten Zulieferers Delphi mit dem Rücken zur Wand. GM wird heute erneut tiefrote Zahlen vorlegen, da das Unternehmen weiter riesige Verluste einfährt. Nach Einschätzung der US-Investmentbank Morgan Stanley verlor GM im dritten Quartal knapp eine Mrd. Dollar im US-Autogeschäft.

Der Konzern drängt auf eine rasche Einigung mit den Gewerkschaften. „Wir bevorzugen einen Kompromiss im Streit um die Gesundheitskosten, aber wir haben immer gesagt, dass Kosteneinsparungen in diesem Sektor für uns von vitaler Bedeutung sind“, sagte ein GM-Sprecher. Doch die seit Monaten laufenden Verhandlungen brachten bislang kein Ergebnis. Eine erste Frist von GM, die Verhandlungen bis Juni dieses Jahres abzuschließen, hatte die Gewerkschaft verstreichen lassen. UAW-Vize Robert Shoemaker betonte jedoch am Wochenende in internen E-Mails an Gewerkschaftsvertreter, dass die Gespräche nun an einem Punkt angelangt seien, wo ein Kompromiss möglich sei.

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