Krisenjahr 2009
BDI-Präsident: Jobgarantien schaffen Vertrauen

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, hat in einem Interview die vertrauensbildende Wirkung von Jobgarantien großer Mittelständler und Dax-Konzerne im Krisenjahr 2009 hervorgehoben. Dieser Weg sei jedoch nicht für alle Unternehmen gangbar.

HB BERLIN. Die deutsche Industrie sieht mögliche Jobgarantien von Dax-Konzernen und großen Mittelständlern im Krisenjahr 2009 als wichtiges Signal an die Beschäftigten. "Das schafft Vertrauen. Je mehr Firmen diesen Beispielen folgen, desto erfreulicher", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will im Januar mit den Chefs der 30 wichtigsten Börsen-Konzerne (Dax 30) über einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen im nächsten Jahr verhandeln.

Thumann sagte, für alle Unternehmen sei dieser Weg jedoch nicht gangbar. "Einzelne Unternehmen werden aufgrund drastisch verschlechterter Auftragslage gezwungen sein, Beschäftigung abzubauen. Eine gesetzliche Verpflichtung, Arbeitsplätze zu erhalten, kann es in einer Marktwirtschaft nicht geben." Wie schlimm die Krise 2009 Deutschland trifft, sei schwer absehbar. Es handele sich um die "erste wirklich globale Finanzkrise".

Es habe eine gigantische Vernichtung von Vermögenswerten rund um den Globus gegeben. "Dieses trifft die Weltwirtschaft mitten in einer konjunkturellen Abschwächung. Die Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen haben sich trotz der gestiegenen Liquidität im Bankensektor verschärft", sagte der scheidende BDI-Präsident und Unternehmer. In dieser Situation sei es auch wichtig, dass die seit Jahren blockierten Welthandels-Gesprächen (WTO) erfolgreich abgeschlossen würden.

Thumann kritisierte die Veröffentlichung immer düsterer Prognosen durch die Wirtschaftsinstitute. "Ich halte den Wettbewerb um die schlechteste Konjunkturprognose für unverantwortlich." Klar sei aber, dass die Wirtschaftsleistung im nächsten Jahr schrumpfen werde.

Vom zweiten Konjunkturpaket, das die Regierung im Januar beschließen will, erhofft sich die Industrie zusätzliche Impulse. "Es gibt allein beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur eine Vielzahl von Projekten, die baureif und planfestgestellt sind. Viele davon sind bislang nicht finanziert. Dies könnte rasch begonnen und realisiert werden", sagte Thumann. Die Regierung sollte sich aber auf Maßnahmen konzentrieren, die nicht nur ein Strohfeuer auslösten, sondern langfristig für mehr Wachstum und sichere Arbeitsplätze sorgten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%