Krisenmanagement versagte
"Harmloser" Sturm stürzt Lloyd Werft in die Krise

Acht Jahre nach dem Konkurs des Mutterkonzerns Bremer Vulkan steckt die Lloyd-Werft in Bremerhaven selbst in einer schweren Krise. Dabei war die Werft für Erneuerungen ergrauter Königinnen der Meere ist stets eine gute Adresse.

HB BREMERHAVEN. Die Spezialisten für spektakuläre Schiffsumbauten haben schwimmende Legenden wie die „Queen Elizabeth 2“ oder „Norway“ regelmäßig in Rekordzeit überholt, verlängert oder repariert. Doch jetzt braucht die renommierte Werft an der Wesermündung selbst eine Vitaminspritze. Mit dem Insolvenzantrag vom Montag hoffen 525 Beschäftigte und mehr als 1500 Zulieferer auf die Rettung aus der schlimmsten Krise seit dem Vulkan-Konkurs 1996.

Damals hatten schwere Managementfehler der ehemaligen Konzernmutter Bremer Vulkan die kleinere Tochterwerft in einen turbulenten Strudel gerissen. Aus eigener Kraft konnten sich die Lloyd-Werker daraus in den vergangenen Jahren wieder frei schwimmen. Beobachter sind sich einig, dass diesmal auch nicht „Nieten in Nadelstreifen“ in die Krise geführt haben: Werftchef Werner Lüken gilt als umsichtiger Mann, der das Unternehmen bisher stets durch schwere See steuern konnte.

Doch nach einem relativ harmlosen Sturm am 14. Januar versagte Lükens Krisenmanagement. Die bisher ungeklärte Havarie des Kreuzfahrtneubaus „Pride of America“ im Hafenbecken brachte ein Finanzloch von rund 40 Millionen Euro, schätzen Branchenkenner. Der Reeder des Unfall-Schiffes, die Norwegian Cruise Line (NCL), stellte Ende Januar seine Zahlungen ein. Auch eine weitere Zahlungserklärung blieb aus. Diese war jedoch Voraussetzung für die in letzter Minute geplante Zwischenfinanzierung von Banken und dem Land Bremen. „Die losen Enden ließen sich nicht rechtzeitig verknoten“, begründet Lüken den Gang zum Insolvenzrichter.

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