Kritik an ausschüttungsscheuen Dax-Unternehmen
Aktionärsschützer dringen auf höhere Dividenden

Die Kleinaktionärsvereinigung DSW fordert von den börsennotierten Unternehmen in Deutschland eine höhere Beteiligung ihrer Anteilseigner am Gewinn.

HB FRANKFURT. Die Zahlungen seien zwar gestiegen, aber die Dividendenquote habe sich angesichts der teilweise deutlichen Gewinnzuwächse der Firmen nur wenig verbessert, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, bei der Vorstellung einer Untersuchung zu Dividenden am Freitag in Frankfurt.

„Angemessen ist grundsätzlich eine Ausschüttung von 50 Prozent“, sagte Hocker. Die Ausschüttungsquote für 2004 stieg bei den 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) der Studie zufolge auf 36 Prozent des operativen Gewinns nach 34 Prozent im Vorjahr. Für 2002 hatten die Unternehmen sogar noch 39 Prozent ihres Gewinns den Aktionären überwiesen.

Für das vergangene Jahr erhielten die Dax-Aktionäre nach den Berechnungen der DSW insgesamt 15,1 Milliarden Euro Dividenden. Einen relativ großen Anteil an dieser Summe hat der DSW zufolge die Deutsche Telekom, die ihre Anteilseigner allein mit 2,6 Milliarden Euro bedachte. In der Rangliste weit oben liegen der Energieversorger Eon mit 1,6 Milliarden und der Autohersteller DaimlerChrysler mit 1,5 Milliarden Euro.

In der Kritik der Aktionärsschützer steht vor allem die hohe Zahl von Firmen, die ihre Anteilseigner überhaupt nicht an ihrem Gewinn beteiligt. „Auf der einen Seite gibt es Lichtblicke, vor allem wenn man sich den Dax ansieht. Aber es gibt auch Schatten, wie etwa die große Zahl von Unternehmen, die keine Dividende zahlen“, sagte DSW-Dividendenexperte Herbert Hansen. Von den fast tausend börsennotierten Firmen, die die Schutzvereinigung untersuchte, gingen die Aktionäre bei zwei Dritteln für 2004 leer aus.

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