Kritik an Bundesnetzagentur
RWE dämpft Erwartungen

Die Strompreissenkungen, die die Regulierungsbehörde dem Energiekonzern RWE verordnet hat, verhageln den Essenern die Bilanz. Während der Konzern im vergangenen Quartal noch zulegte, kann er in Zukunft bei der Stromdurchleitung nicht mehr absahnen. Doch auch einige Sparten sorgen für die zurückhaltende Prognose.

HB ESSEN. Das Nettoergebnis 2006 werde am unteren Ende der Prognose-Spanne liegen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Bisher war RWE von einem Anstieg um zehn bis 20 Prozent ausgegangen. Hauptgrund für die schwächere Prognose seien Ergebnisbelastungen aus der Netzregulierung. Außerdem habe man die Erwartungen für die betrieblichen Ergebnisse von RWE Energy und der Wassersparte „anpassen“ müssen, sagte RWE-Vorstandschef Harry Roels bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz.

Die jüngste Entscheidung der Bundesnetzagentur kritisierte der RWE-Chef als „erheblichen Eingriff in das Netzgeschäft“, der die Investitionsfähigkeit der Unternehmen beeinträchtige. Am 31. Juli hatte die Bundesnetzagentur RWE verpflichtet, die Entgelte für Höchstspannungsnetze um rund neun Prozent zu senken. Für RWE bedeute dies einen Umsatzrückgang im hohen zweistelligen Millionenbereich, sagte Roels. Die vollständigen Auswirkungen der Regulierung seien aber noch nicht absehbar.

Unterdessen berichtete die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, unter Berufung auf Personalvorstand Alwin Fitting zu den Gegenmaßnahmen könne auch eine Senkung der Personalkosten zählen. Zu den Stellschrauben gehörten für neu eingestellte Mitarbeiter das monatliche Gehalt, Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie eine Verlängerung der Arbeitszeit, sgate Fitting

Trotz der Debatte um den jüngsten Störfall im schwedischen Kraftwerk Forsmark will RWE noch im Sommer eine Laufzeitverlängerung für das Kernkraftwerk Biblis A beantragen. „Wir möchten für Biblis kämpfen, weil wir es unseren Aktionären schuldig sind“, sagte Roels. Die Sicherheit sei das erste Kriterium für den Betrieb aller Anlagen. Roels stellte außerdem den Bau neuer Kernkraftwerke im Ausland in Aussicht.

Zum geplanten Verkauf der RWE-Wassersparte sagte Roels, zurzeit würden konkrete Gespräche über den Verkauf von Thames Water geführt. Es gebe mehr als einen Interessenten. Zu einem möglichen Termin machte der RWE-Chef keine Angaben. Für den geplanten Börsengang von American Water fehle noch die Zustimmung von elf US-Staaten.

Das RWE-Nettoergebnis legte im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 1,66 Mrd. Euro zu. Das betriebliche Ergebnis verbesserte sich um 19 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro. Getragen wurde der Zuwachs vor allem vom kontinentaleuropäischen Energiegeschäft. Das Ergebnis der Wassersparte ging dagegen um zehn Prozent auf 555 Mill. Euro zurück. Das Ergebnis je Aktie legte um 16 Prozent auf 2,95 Euro zu. Der Konzernumsatz verbesserte sich um acht Prozent auf 10,2 Mrd. Euro.

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