Kritik an Festbetragsgruppen-Regelung
Schering freut sich über Zwangsrabatte

Beim Pharmakonzern Schering wirken sich die Gesundheitsreform und die damit verbundene Reduzierung der staatlichen Zwangsrabatte in Deutschland bei Umsatz und Betriebsgewinn positiv aus.

HB BERLIN. Im Vergleich zu 2004 würden die Einbußen durch die Rabatte von 40 Millionen Euro auf 15 Millionen Euro sinken, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. In diesem Jahr betrug der Zwangsrabatt 16 Prozent. Ab 2005 soll der Rabatt nur noch sechs Prozent betragen, somit betrage die Belastung nur noch rund 15 Millionen Euro. Das Umsatzplus von 25 Millionen Euro wirkt sich wegen der gleich bleibenden Kosten nahezu vollständig auf das Betriebsergebnis positiv aus.

Schering profitiert davon, dass keines seiner Präparate unter die so genannten Festbetragsgruppen fällt. Bestimmte patentgeschützte Medikamente ohne therapeutischen Zusatznutzen und kostengünstigere patentfreie Nachahmerprodukte werden von Januar an in einer Festbetragsgruppe zusammengefasst. Die Preise für patentgeschützte Mittel dürften dadurch sinken. Im Gegenzug wurde der Zwangsrabatt auf sechs Prozent gesenkt. Konzerne wie Altana und Pfizer sind von der Festbetrags-Regel betroffen und wollen dagegen Klage einreichen. Die SPD hatte daraufhin mit einem Verzicht auf die Senkung der Rabatte gedroht.

Schering-Finanzvorstand Jörg Spiekerkötter hatte im Juli in einer Analystenkonferenz eine Entlastung von 25 Millionen Euro für möglich gehalten, falls kein Schering-Präparat unter die Festbetragsgruppen fällt und die Regelungen so wie geplant umgesetzt würden.

Obwohl Schering in diesem Fall von der Neuregelung profitiert, hatte auch Schering-Chef Hubertus Erlen die Reform und die Festbetragsgruppen-Regelung mehrfach kritisiert. Sie behindere die forschenden Konzerne und sei ein Nachteil für den Pharmastandort Deutschland.

Schering peilt in diesem Jahr einen Betriebsgewinn von über 700 Millionen Euro an. Für 2005 gibt es noch keine Prognose.

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