Kritik an Schließungsplan
Gewerkschaft droht Continental

Im Streit gegen die geplante Stilllegung der Pkw-Reifenproduktion bei Continental in Hannover hat die Arbeitnehmerseite den Druck erhöht. Gewerkschaft und Betriebsrat haben dem Autozulieferer ein Ultimatum gestellt.

HB HANNOVER. Sollte Conti-Chef Manfred Wennemer die Schließung bis zur Aufsichtsratssitzung am 14. Dezember nicht zurücknehmen, stünden insgesamt zehn Betriebsvereinbarungen zur Disposition, teilten Betriebsrat und Gewerkschaft IG BCE am Mittwoch in Hannover mit. Bei einer Kündigung der Kostensenkungsprogramme drohten Continental Mehrkosten von rund 42 Mill. Euro.

Die zehn Vereinbarungen, etwa an den Pkw-Reifenstandorten in Aachen und Korbach (Hessen), würden für rund 7000 Conti-Beschäftigte gelten. Die Vereinbarungen sähen jeweils Investitionszusagen und Standortsicherungen vor.

Ein Conti-Sprecher sagte, das Unternehmen könne sich nicht erklären, wie Gewerkschaft und Betriebsrat auf die 42 Mill. Euro kämen. Die Zahl sei „aus der Luft gegriffen“. Zu der Drohung, Betriebsvereinbarungen zu kündigen, sagte der Sprecher, Conti erwarte, dass Betriebsrat und Gewerkschaft die „rechtlichen Bestimmungen abgeschlossener Verträge beachten, so wie wir das auch tun“. Im Falle einer Kündigung von Betriebsvereinbarungen würden „neue Rahmenbedingungen“ geschaffen. Damit würde sich auch die Grundlage für Entscheidungen des Unternehmens verändern.

Conti hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Pkw- Reifenproduktion am Traditionsstandort Hannover-Stöcken mit 320 Beschäftigten bis Ende 2006 stillzulegen. Das Wachstum in der Reifensparte sei geringer ausgefallen als erwartet. Die Produktion in Stöcken sei die kleinste und insgesamt auch die teuerste. Zudem hatte Wennemer gesagt, die Conti-Rekordgewinne beruhten auf dem, was der Konzern in der Vergangenheit richtig gemacht habe. Darauf könne man sich aber nicht ausruhen. Conti müsse angesichts des zunehmenden Wettbewerbs aus China und Korea auch in den kommenden Jahren konkurrenzfähig sein.

Die Mitarbeiter der Pkw-Reifenproduktion in Stöcken hatten erst im Frühjahr etwa längeren Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich zum Joberhalt zugestimmt. Der Sprecher der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Peter Wind, sagte, Conti habe die Betriebsvereinbarung vom Frühjahr nicht vor dem Jahr 2008 kündigen dürfen.

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