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Kritik der Handelskammer: Europäische Firmen klagen über Schikanen in China

Unternehmen aus der EU greifen Pekings Wirtschaftspolitik scharf an: Die besten öffentliche Aufträge gingen stets an chinesische Staatsunternehmen – und die klauen auch noch den Europäern die Technik.

Der chinesische Markt ist riesig, doch europäische Unternehmen klagen über einen erschwerten Zugang. Quelle: dpa
Der chinesische Markt ist riesig, doch europäische Unternehmen klagen über einen erschwerten Zugang. Quelle: dpa

PekingEuropäische Unternehmen fühlen sich auf dem chinesischen Markt weiter benachteiligt. „Das bisherige Investmentmodell bevorzugt Staatsunternehmen“, sagt Davide Cucino, Präsident der EU-Handelskammer bei der Vorstellung des aktuellen Positionspapiers der europäischen Wirtschaft in China. Wenn die Investmentbedingungen sich in China weiter verschlechtern, könnten europäische Unternehmen auch Standorte in anderen Schwellenländern „erforschen“.

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Die EU-Kammer setzt nun Hoffnung auf ein neues Wachstumsmodell, mit dem China eine weitere Entwicklung seiner Wirtschaft sicherstellen will. Der zwölfte Fünfjahresplan (2011 bis 2015) stelle dafür die Weichen: Mehr Wettbewerb, mehr Innovation, mehr Markt sollen die verkrusteten Strukturen aufbrechen und das System auf Trab bringen.

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„Ein fairer Marktzugang ist die wichtigste Zutat für diese Neuausrichtung“, sagt Cucino. Nur durch mehr Wettbewerb können Chinas Unternehmen produktiver und kreativer werden. Das bedeutet, dass sich China weiter für internationale Industrie und Dienstleister öffnen muss.

Für ausländische Anbieter ist es sehr schwer, in der Volksrepublik überhaupt an einer Ausschreibung teilzunehmen. China hat in seinem jüngsten Angebot gegenüber der Welt nur die Öffnung von zwölf Prozent des Marktes für Regierungsaufträge angeboten. In der EU sind dagegen 85 Prozent für ausländische Anbieter zugänglich.

Chinesen kaufen zunehmend deutsche Firmen

  • Übernahmen

    Auf den Einkaufszetteln chinesischer Unternehmen stehen immer mehr deutsche Firmen und ihre Technologien. Eine Auswahl an Übernahmen, Einstiegen und Kooperationen des Jahres 2012.

  • Putzmeister

    Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar das schwäbische Unternehmen. Die 1200 Arbeitsplätze in Deutschland sind bis Ende 2020 gesichert.

  • Sunways

    Ein Drittel der Aktienanteile an dem Konstanzer Photovoltaik-Konzern sichert sich im Februar LDK Solar.

  • Rhenus Midgard

    Im Februar wird bekannt, dass das deutsche Logistikunternehmen in Kooperation mit der Jade Werke GmbH die Marinestadt Wilhelmshaven zu einem Offshore-Standort ausbaut. Jade Werke ist eine hundertprozentige Tochter der chinesischen Schiffbau- und Investmentgruppe Jiangsu Hantong Heavy Industry Group.

  • Kiekert

    Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt im März den nordrhein-westfälischen Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme.

  • Schwing

    Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers.

  • Solibro

    Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

  • Tailored Blanks

    Laut einem Medienbericht steht der Stahlkonzern ThyssenKrupp Ende August vor dem Verkauf seiner auf Karosseriebleche spezialisierten Tochterfirma an Wuhan Iron and Steel (Wisco). Das Essener Unternehmens bestätigt bislang lediglich, dass Verkaufsgespräche geführt würden, nennt aber nicht den oder die Verhandlungspartner.

  • Kion

    Ende August bestätigt der Baumaschinenhersteller Shandong Heavy Industry sein Interesse an dem Wiesbadener Gabelstaplerproduzenten.

Der Markt für Auftragsvergabe durch die Regierungen hat der Kammer zufolge ein Volumen von mehr als einer Billion Euro. „Mehr Wettbewerb würde mehr Qualität, bessere Produkte und niedrigere Preise für die Bürger bringen“, sagt Cucino. China könne so auch seinen Kapitaleinsatz verbessern.

Der Analyse der EU-Handelskammer zufolge ist Chinas Wirtschaft zu abhängig von Exporten und von Sachinvestitionen von Staatsunternehmen. Auch die ausländischen Firmen haben in Zeiten von Absatzkrisen und steigendem Protektionismus Zweifel an China als reiner Produktionsbasis. „Das Haltbarkeitsdatum dieses Wirtschaftsmodells ist abgelaufen“, sagt Cucino. Es fehlt an quirliger, privater Initiative mit überraschenden Produkten, hervorragender Qualität und gutem Service. „Die europäische Wirtschaft kann hier Einiges beitragen.“

  • 08.09.2012, 09:14 UhrRKlaus

    Aufwachen und Kopieren .. Europa
    Anstatt uns über die dreisten Kopien der Chinesen aufzuregen, sollten wir und unsere Regierungen beginnen von ihnen zu lernen....
    Wo sind bitte die 15 Jahrespläne unsrer Regierungen ?
    Wo sind die Ausschreibungen bei uns fair wenn 3 Bilanzen gefordert werden um teilzunehmen und KMU aufgrund geforderter Kriterien keine Chance haben daran teilzunehmen?
    Wo schützen wir unsere Betriebe, welche hier Steuern zahlen und Mitarbeiter beschäftigen?
    Aufwachen.........

  • 06.09.2012, 13:25 UhrRealo

    Was haben die Firmen dort zu suchen, die mit der Mentalität nicht umgehen können und genauso gerissen sind wie die Chinesen? Dann sollen die Firmen halt zu Hause bleiben, hier Arbeitsplätze sichern und den Leuten klarmachen, die Produkte kosten etwas mehr, dafür sichern sie Arbeitsplätze. Die Verbraucher sind genauso mit Tunnelblick ausgestattet.

  • 06.09.2012, 12:33 UhrGurkenmurkser

    Die Chinesen und die Plünderer aus usa und eu kaufen wertvolle Deutsche Unternehmen für ihre bald minderwertigen oder wertlosen Euros.

    Und Frau Merkel spreizt die Finger dazu...

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