Kritik von Minderheitsaktionären
Wella-Verschmelzung mit Procter&Gamble kommt voran

Das Wella-Geschäft in den USA ist von P&G übernommen worden. Damit schreitet die Verschmelzung des Darmstädter Kosmetik-Konzerns mit dem US-Unternehmen Procter & Gamble (P&G) voran.

HB FRANKFURT. Künftig würden Einkauf und Forschung zentral von P&G geleitet, sagte der Wella-Vorstandsvorsitzende Heiner Gürtler am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Die Minderheitsaktionäre kritisierten erneut diesen Kurs. Sie fürchten, dass am Ende von Wella nicht mehr viel übrig bleiben wird.

P&G hatte im Juni dieses Jahres einen Beherrschungsvertrag mit Wella geschlossen. „Dadurch konnten wir wichtige Weichen für die Zukunft stellen„, sagte Gürtler. So werde der Vertrieb von Wella- Schampoos und Kosmetik (Consumer) spätestens Mitte des kommenden Jahres vollständig von P&G übernommen. Die Friseursparte und das Kosmetikgeschäft sind gemeinsam mit entsprechenden Sparten des US- Partners in die neue Einheit „Prestige & Professional“ übergegangen, deren Führung Gürtler übertragen wurde. Ihr Hauptsitz wird vorläufig in Darmstadt sein. Ziel sei es, die weltweite Spitzenposition von L'Oréal zu übernehmen.

Von den Strukturmaßnahmen seien weltweit rund 2000 der 17 000 Wella-Mitarbeiter betroffen. Das Unternehmen hoffe, im Laufe der Fusion mehr als zwei Drittel der Belegschaft halten zu können. Die Minderheitsaktionäre kritisierten erneut die Übernahme. Es sei nicht ausgeschlossen, dass P&G Wella einfach aussauge und danach ausspucke, sagte Horst Schlüchter von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz. Die Minderheitsaktionäre verfügen über mehr als 50 Prozent der Vorzugsaktien, aber nur über knapp ein Prozent der stimmberechtigten Stammaktien.

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