Kritische Großaktionäre offensichtlich nicht vorher informiert
Aufsichtsrat verteidigt Berufung des neuen IWKA-Chefs

Der Aufsichtsrat des Karlsruher Maschinen- und Anlagenbauers IWKA hat die Ernennung des neuen Vorstandsvorsitzenden Wolfgang-Dietrich Hein verteidigt. Fonds kritisieren seit langem Vorstand und Aufsichtsrat von IWKA.

gil HB DÜSSELDORF. Der Aufsichtsrat des Karlsruher Maschinen- und Anlagenbauers IWKA hat die Ernennung des neuen Vorstandsvorsitzenden Wolfgang-Dietrich Hein verteidigt. „Wir freuen uns, mit Herrn Hein eine qualifizierte und auch international erfahrene Führungspersönlichkeit für eine nicht einfache Aufgabe gefunden zu haben“, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrates Reinhard Engel. Der Aufsichtsrat hatte den Manager in einer außerordentlichen Sitzung am vorigen Freitag in München gewählt. Das Votum fiel dem Vernehmen nach einstimmig aus. Engels Vorgänger Hans Fahr war am Morgen vor der Hauptversammlung im Juni auf Druck der nicht im Aufsichtsrat vertretenen Großaktionäre zurückgetreten.

Stephan Howaldt, Geschäftsführer des britischen Hermes-Fonds, der mit mehr als fünf Prozent einer der größten Aktionäre von IWKA ist, sagte, dass Engels Berufung nicht mit Hermes abgestimmt worden war. Er wollte allerdings keinen weiteren Kommentar zu der Nominierung von Hein abgeben. Fonds wie Hermes und vor allem der US-Investor Guy Wyser-Pratte halten rund 25 Prozent des Kapitals und kritisieren seit langem Vorstand und Aufsichtsrat von IWKA. Sie hatten erreicht, dass Vorstand und Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung Anfang Juni nicht entlastet worden waren. Wyser-Pratte lehnte auf Anfrage einen Kommentar ab.

Vor zwei Wochen hatten die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat angekündigt, spätestens im Oktober ihre Ämter niederzulegen. Dies wurde allgemein als Kapitulation vor den Kritikern angesehen, die auf der Hauptversammlung unter anderem auch die Abwahl von Aufsichtsratschef Engel gefordert hatten. Deshalb war erwartet worden, dass eine Neubesetzung des Vorstandes nur in Abstimmung mit den Kritikern erfolgen würde. Offensichtlich hat es Engel aber vorgezogen, einen neuen IWKA-Chef ohne Rücksprache mit den Großaktionären zu küren.

Jürgen Kerner von der IG Metall in Augsburg und Mitglied des IWKA-Aufsichtsrates verteidigte auf Anfrage die Wahl von Hein zum neuen IWKA-Chef. Dies sei ein wichtiges Signal für das Unternehmen. „Ein schlechtes Signal wäre es, mit der Bestellung bis zur außerordentlichen Hauptversammlung im Oktober zu warten“, sagt er. Im Übrigen sei der Aufsichtsrat allen Aktionären verpflichtet und nicht nur Wyser-Pratte. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat hatten die angekündigten Rücktritte der Vertreter der Kapitalseite bedauert.

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