K+S

Potash fühlt erneut für Übernahme vor

Auch das zweite Potash-Angebot findet keine Freunde bei K+S: Weil die neue Offerte wieder nicht den Vorstellungen der Kasseler entspricht, lehnt die Führung des Düngemittelkonzerns erneut ein Angebot der Kanadier ab.
Update: 21.07.2015 - 20:01 Uhr Kommentieren
orstandschef Norbert Steiner hatte den ersten Übernahmevorschlag der Potash-Eigner, die 41 Euro je Aktie zahlen wollen, zurückgewiesen. Quelle: Reuters
Erstes Angebot abgelehnt

orstandschef Norbert Steiner hatte den ersten Übernahmevorschlag der Potash-Eigner, die 41 Euro je Aktie zahlen wollen, zurückgewiesen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer kanadische Düngemittelriese Potash hat im Übernahmepoker um K+S erneut bei den Kasselern angeklopft. Nach einem Treffen des Potash-Vorstands mit der hessischen Landesregierung am vergangenen Freitag hat dieser sich erneut an das K+S-Management gewandt, wie ein Sprecher des nordhessischen Unternehmens am Dienstagabend der Nachrichtenagentur Reuters sagte. K+S sei vorab über das Treffen informiert worden und habe im Nachgang des Gespräches eine Unterlage von Potash zur Verfügung gestellt bekommen mit einigen Aussagen hinsichtlich Standortsicherung und Arbeitsplätzen. „Wir haben diese Aussagen geprüft und sind zu dem Ergebnis gelangt, dass nichts wesentlich Neues drin steht gegenüber dem, was sie uns schon schriftlich mitgeteilt haben. Deswegen sehe wir auch auf dieser Grundlage weiter keine Basis für Gespräche.“ Sollte ein erneuter Vorschlag kommen, werde K+S diesen prüfen.

Ein Sprecher der hessischen Landesregierung bestätigte das Treffen, an dem Potash-Chef Jochen Tilk und sein Finanzchef Wayne Brownlee zusammen mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und dem hessischen SPD-Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel teilgenommen hätten. Es habe sich um ein Informationsgespräch gehandelt, um das Potash gebeten habe. Über dessen Inhalt sei Stillschweigen vereinbart worden. An der Position der hessischen Landesregierung habe sich nichts geändert. Bouffier hatte erklärt, sich mit allen Mittel für einen Erhalt der deutschen Standorte einsetzen zu wollen.

Diese Mine machte K+S zur Zielscheibe
„Land der lebenden Himmel“
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Saskatchewans einziger Reichtum war in der Vergangenheit das Getreide. Sie war die Kornkammer Kanadas, und von hier wurde Getreide in die ganze Welt exportiert. Die Ähren schmücken noch heute das Autonummernschild Saskatchewans, das sich aber auch als „Land der lebenden Himmel“, Land of Living Skies, feiert...

Flach, flacher, Saskatchewan
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...was sich jedem erschließt, der durch den weiten, flachen Süden der Provinz fährt, über dem sich der Himmel mit einem faszinierenden Wolkenspiel wölbt. Der Name Saskatchewan klingt in europäischen Ohren sehr fremd. Saskatchewan ist eine der drei kanadischen Prärieprovinzen, zwischen Manitoba und Alberta gelegen. Und wie so viele Ortsbezeichnungen in Kanada hat das Wort einen indianischen Ursprung. Es leitet sich von dem Wort kisiskâciwanisîpiy aus der Sprache der Cree-Indianer ab und bedeutet „schnell fließender Fluss“. Zwei große Flüsse, der South- und der North-Saskatchewan River, fließen durch die Provinz.

Vom Winde verbogen
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Scheinbar pausenlos weht der Wind. Ungeschützt stehen Scheunen auf der mehr als hunderttausend Quadratkilometer weiten Ebene. Sie leisten Widerstand, und müssen sich dennoch dem Wind beugen.

Kali im Süden, Uran im Norden
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Der Süden der Provinz ist flach. Man müsse sich nur auf einen Stuhl stellen und könne eine großen Teil der Provinz überblicken, scherzen die „Saskatchewans“. Der Norden dagegen ist hügelig, mit Wäldern und Tausenden Seen. Und während im Boden des Süden Kali liegt, wird im Norden aus der Tiefe Uran gefördert. Momentan leidet die Provinz unter Waldbränden, Tausende Einwohner fliehen vor den Flammen.

Getreideparadies
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Die Verladestationen für Getreide und die Silos prägen noch heute das Bild des Südens von Saskatchewan.

Zug zu den Großen Seen
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Güterzüge bringen das Getreide an die Westküste oder an die Großen Seen, wo es auf Frachter umgeladen wird.

Größter Weizenproduzent Kanadas
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Der Weizenanbau prägte Saskatchewans wirtschaftliche Entwicklung, und noch heute ist Saskatchewan der größte Weizenproduzent Kanadas. 2012 wurden 12,7 Millionen Tonnen Weizen geerntet, daneben große Mengen an Raps, Roggen, Hafer und Gerste.

Ein Sprecher von Potash in Deutschland sagte, das Unternehmen habe bei dem Treffen seine Strategie und die Vorteile eines Zusammenschlusses für K+S und Potash erläutert. „Gleichzeitig war es uns wichtig, die Anliegen der Landespolitik im persönlichen Gespräch zu erörtern.“ Zu dem erneuten Vorstoß bei dem deutschen Salz- und Düngemittelhersteller wollte er sich nicht äußern.

K+S-Vorstandschef Norbert Steiner hatte den Übernahmevorschlag der Kanadier, die 41 Euro je Aktie zahlen wollen, zurückgewiesen. Neben einem höheren Preis fordert K+S von Potash auch Zusagen zum Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen. Der Konzern hat sich dazu grundsätzlich bereit erklärt, die Versprechen der Nordamerikaner sind aus Sicht des K+S-Managements aber noch nicht verbindlich genug. Potash wollte die aktuelle Offerte, die K+S mit knapp acht Milliarden Euro bewertet, bislang nicht aufstocken.

  • rtr
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