K+S
Stickstoff-Düngemittelgeschäft geht an EuroChem

K+S ist seine Stickstoffdüngemittelsparte früher losgeworden als erwartet. Der russische Konzern EuroChem kauft die Sparte mit einem Wert von 140 Millionen Euro.
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KasselK+S wird das wenig einträgliche Geschäft mit Stickstoffdüngemitteln früher los als erwartet. Der Konzern werde die Sparte mit einem Unternehmenswert von 140 Millionen Euro an den russischen Konzern EuroChem verkaufen, teilten beide Firmen am Dienstagabend mit. Der hessische Salz- und Düngemittelhersteller erwartet durch die Veräußerung einen Buchgewinn von 70 bis 80 Millionen Euro. Zudem bestellte K+S am Vorabend der Hauptversammlung mit Mark Roberts einen neuen Vorstand für sein Salz-Geschäft.

EuroChem hatte 2011 bereits Teile des Stickstoff-Düngemittelgeschäft vom ehemaligen K+S-Mutterkonzern BASF gekauft. Nun übernehmen die Russen auch noch die zugehörigen Vertriebsaktivitäten von K+S, die das Unternehmen aus Kassel sonst noch bis Ende 2014 hätte fortführen müssen. Experten glauben, dass K+S von dem Kauf profitieren wird.

„K+S musste die Stickstoff-Düngemittel bisher zu einem vertraglich vereinbarten Preis bei BASF einkaufen und zum volatilen Marktpreis verkaufen - dies war kein hochmargiges Geschäft“, sagte Analyst Jesko Mayer-Wegelin von HSBC Trinkaus. „Dass K+S nun vor Ablauf des Vertrags Ende 2014 aus dieser Vereinbarung rauskommt, ist positiv.“

K+S hatte im Stickstoff-Düngemittelgeschäft 2011 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn (Ebit I) von knapp 70 Millionen Euro eingefahren. „Da das Stickstoffdüngemittel-Geschäft nur wenig Gewinn abwirft, wird durch den Verkauf die Gewinnmarge des Gesamtkonzerns steigen“, sagt Mayer-Wegelin voraus.

Nachdem K+S bereits 2011 seine Blumenerde-Sparte Compo verkauft hatte, kann sich das Unternehmen künftig zudem ganz auf sein Kerngeschäft mit Salz und Kali-Düngemittel konzentrieren - allen voran auf die Ausbeutung eines neuen Kali-Vorhabens in Kanada.

Für das russische Unternehmen, das auch Großaktionär bei K+S ist, sei der Zukauf nach dem Erwerb der BASF-Geschäfte eine logische Ergänzung, erklärte EuroChem-Chef Dmitry Strezhnev. „Er verschafft uns eine weltweit angesehene Plattform und wird unsere Wettbewerbsfähigkeit in wichtigen Märkten weltweit weiter sichern.“ K+S-Chef Norbert Steiner sagte, der Verkauf an EuroChem sei auch „aus Sicht der Belegschaft“ die beste Option. Die Kartellbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen.

K+S legt am Mittwoch im Vorfeld seiner Hauptversammlung Zahlen für das ersten Quartal 2012 vor. Experten gehen von einem Gewinnrückgang aus, da der Konzern wegen des milden Winters weniger Auftausalz verkaufte als im Vorjahr.

Für die Salz-Sparte ist im Vorstand künftig Mark Roberts zuständig. Der 48-Jährige, derzeit Chef der amerikanische K+S-Tochter Morton Salt, übernimmt diese Aufgabe von Konzernchef Steiner. Steiner wird dafür im Vorstand für die wichtigste Konzernsparte mit Kali-Düngemitteln verantwortlich sein, bis ein Nachfolger für den derzeitigen Kali-Vorstand Joachim Felker gefunden ist. Felker geht nach dem Auslaufen seines Vertrages am 30. September in Ruhestand.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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