Kuba
US-Firmen in Goldgräberstimmung

Nach der historischen Öffnung der USA gegenüber Kuba wollen amerikanische Firmen endlich ein Stück vom Kuchen haben. Doch bis sie die neue Kundschaft zum Kaufen bewegen können, müssen noch einige Hürden genommen werden.
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CharlotteKaum beginnen die USA und Kuba nach Jahrzehnten des Schweigens ihre Annäherung, schwappt ein Stück amerikanische Kultur auf den Inselstaat hinüber: Ab sofort dürfen die Bewohner des kommunistischen Landes ein Abo beim TV-Streaming-Dienst Netflix abschließen und so unter anderem die Serie „House of Cards“ ansehen, die Erfolgssendung über einen amerikanischen Kongressabgeordneten, der mit Intrigen und kriminellen Machenschaften immer mehr Macht an sich reißt.

Viel Kundschaft kann sich Netflix anfangs jedoch kaum aus Kuba erhoffen. Nur etwa fünf Prozent aller Kubaner haben einen Internetzugang, der für die Netflix-Nutzung nötig ist. Und um ein Abo abzuschließen, brauchen Kubaner außerdem eine international gültige Zahlungskarte – auch keine Selbstverständlichkeit.

Mastercard wickelt ab 1. März erstmals Zahlungen ab, die mit US-amerikanischen Kreditkarten in Kuba getätigt werden. Auch American Express will bald in Kuba Einzug halten, sagt eine Firmensprecherin.
Die Zahl der Internetzugänge könnte ebenfalls bald wachsen. Laut der US-Diplomatin Roberta Jacobson seien bereits mehrere amerikanische Telekommunikationsfirmen mit dem Wunsch an die Regierung herangetreten, sich in Kuba engagieren zu dürfen. Die US-Regierung hat es zu ihrem erklärten Ziel gemacht, der Telekombranche den Zugang zum kubanischen Markt zu erleichtern.

Netflix wollte sich auf Anfrage des Handelsblatts nicht genauer zu seiner Kuba-Strategie und den erhofften Chancen äußern.

Nach mehr als einem halben Jahrhundert Eiszeit etablieren die USA wieder normale diplomatische Beziehungen zu Kuba. Das heißt jedoch nicht, dass Kuba innerhalb kürzester Zeit für die USA ein Handelspartner wie Kanada oder Mexiko wird – das Handelsembargo, das im Helms-Burton Act von 1996 festgeschrieben ist, existiert vorerst weiter. Mit dem Helms-Burton-Act wurde das bereits bestehende Embargo noch einmal verschärft.

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