Kündigung
ADAC und Obermair trennen sich im Streit

Die Trennung vom ADAC und seinem ehemaligen Geschäftsführer Karl Obermair wird zur Schlammschlacht. Statt einer einvernehmlichen Trennung wird der Spitzenmanager nun hart gekündigt.
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MünchenDer ADAC kündigt seinem Geschäftsführer Karl Obermair. Nach Informationen des Handelsblattes sind Gespräche über eine „einvernehmliche Trennung“ mit dem Spitzenmanager gescheitert. Eine solche Lösung hatte der Club noch Mitte Februar mit seinem ehemaligen Spitzenmann angestrebt.   Doch die Gespräche zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses sind gescheitert. Obermair habe zu viel Geld zum Abschied verlangt.

Obermair ist eine prominente Figur der ADAC-Affäre, auch wenn ihm persönlich keinerlei Verwicklungen in die Manipulationen um den Autopreis „Gelber Engel“ nachgewiesen wurde. Der 50-jährige war seit 2006 Geschäftsführer des ADAC. Intern wurde ihm zum Verhängnis, dem geschassten Medienchef Michael Ramstetter nicht gestoppt zu haben. Mehrfach hatten sich Mitarbeiter über Ramstetters Führungsstil bei Obermair beschwert, der habe aber nicht reagiert. Weil das nicht geschah, seien die Manipulationen um den Gelben Engel an die Presse gespielt worden, heißt es im Club. Obermair wiederum kann auf das Ergebnis des Untersuchungsberichtes von Deloitte verweisen, der ihn von jeder Mitschuld an der Manipulation des „Gelben Engel“ freispricht.

Mit Obermair verlässt auch Stefan Weßling die Geschäftsführung des Clubs, allerdings einvernehmlich. Wer Obermair als Vorsitzender der Geschäftsführung nachfolgt ist offen. Zur Zeit sind mit Mahbod Asgari, Raimund Müller und der jüngst berufene Marion Ebentheuer drei Mitglieder der Geschäftsführung an Bord.

Michael Ramstetter klagt unterdessen vor dem Arbeitsgericht München gegen seinen Rauswurf. Der Club hatte Ramstetter erst beurlaubt, nach dem Untersuchungsbericht von Deloitte folgte die fristlose Kündigung. Ramstetter hat die Teilnehmerzahlen beim Autopreis „Gelber Engel“ bewusst gefälscht. Der ADAC wollte sich am Dienstag zu beiden Personalien nicht äußern.

Kommentare zu " Kündigung: ADAC und Obermair trennen sich im Streit"

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  • Wenn er nett gewesen wäre, hätten alle dicht gehalten. Sehr flexible Ehtik.

  • ADAC war schon immer ein Altherrenverein, der sich insbesondere aus Generationentreue speißte. Das scheint nun glücklicherweise vorbei, da niemand mehr mit der Lächerlichkeit dieses Spießbürger- und Deppen-Ladens verbunden sein möchte.
    Klasse gemacht, selber abgewirtschaftet die Alt-Herrenbude.

  • Als Geschäftsführer bin ich für alles verantwortlich, was im Unternehmen passiert.
    Da zeigt sich aber, welche Unternehmenskultur dort herrscht. Und eine vernünftiges Kontrollsystem ist offensichtlich auch nicht etabliert. Und für beide Dinge ist der Geschäftsführer zuständig.

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