Kündigungen ausgesetzt
VW knickt ein in Brasilien

Die geplante Entlassung von 1800 Mitarbeitern im brasilianischen VW-Werk hatte zu einem Totalstreik geführt und die brasilianischen Politiker auf den Plan gerufen. Nach einer Woche ist das Volkswagen-Management nun eingeknickt und hat die Kündigungen ausgesetzt.

HB SAO PAULO. Nach einer Woche haben Arbeiter im größten und ältesten VW-Werk Brasiliens am Montag ihren Proteststreik gegen geplante Entlassungen beendet. Volkswagen habe den Plan, rund 1 800 Arbeiter zu entlassen, ausgesetzt, erklärte ein Gewerkschaftssprecher. Die Arbeiter begannen mit dem Streik am 29. August, nachdem Volkswagen 1 800 Kündigungen verschickt hatte und sogar eine Schließung des Werkes nicht ausgeschlossen hatte. Die geplanten Kündigungen sind Teil der geplanten Umstrukturierung des Geschäfts in Brasilien. In den Konflikt hatte sich sogar der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva - ein ehemaliger VW-Arbeiter - eingeschaltet.

Die Produktion im Werk Sao Bernardo do Campo normalisierte sich wieder, während sich beide Seiten zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammensetzten. Der Autobauer habe zugesichert, Pläne zur Streichung von 1 800 Stellen noch einmal zu überdenken, wie Vertreter der Gewerkschaft und von VW mitteilten.

Die Kündigungen betreffen die Fabrik Sao Bernardo do Campo, das älteste und größte von fünf VW-Werken in Brasilien. Dort sind insgesamt 12 000 Arbeiter beschäftigt. Das Werk ist nach Angaben von Volkswagen nicht mehr profitabel.

VW hatte angekündigt, dass dem Umbau des Unternehmens in Brasilien bis 2008 insgesamt 6 000 Stellen zum Opfer fallen könnten. VW unterhält dort fünf Werke mit rund 22 000 Mitarbeitern. VW und andere Autobauer in Brasilien leiden unter dem starken Anstieg der brasilianischen Landeswährung Real gegenüber dem Dollar, was die Exportchancen schmälert. Schon vor drei Jahren hatte VW in Brasilien 4 000 Jobs gestrichen, weil der Konzern sich in der Kapazitätsplanung verschätzt hatte. Damals musste VW eine dreistellige Millionensumme für den Personalabbau aufbringen.

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