Kündigungen nicht ausgeschlossen: Opel treibt Personalabbau in Bochum voran

Kündigungen nicht ausgeschlossen
Opel treibt Personalabbau in Bochum voran

Opel kommt beim Personalabbau nicht voran. Auch Geldprämien motivierten Bochumer Werksarbeiter nicht zum Verlassen des Autobauers. Nach gescheiterten Gesprächen mit dem Betriebsrat, erhöht Opel nun den Druck.
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HamburgOpel kommt beim Personalabbau im Werk Bochum nicht voran und erhöht den Druck auf die Belegschaft. Die General-Motors-Tochter erklärte die Gespräche mit dem Betriebsrat nach eigenen Angaben für gescheitert und rief die für diesen Fall vorgesehene Einigungsstelle an.

Das je zur Hälfte mit Vertretern der Werksleitung und Arbeitnehmern besetzte Gremium soll unter der Leitung eines unabhängigen Arbeitsrichters nach Lösungen suchen, wie ein Firmensprecher am Freitag sagte. Aus Sicht der Arbeitnehmer soll dabei auch erneut über die den Beschäftigten angebotenen Abfindungen verhandelt werden. Sollte keine Einigung erzielt werden, will Opel Mitarbeitern kündigen.  

Opel hatte vor einem Jahr den Abbau von 1800 der damals noch über 5100 Stellen in Bochum beschlossen. Den Betroffenen wurden Abfindungen und der Wechsel in eine Transfergesellschaft angeboten, die bei der Arbeitsplatzsuche helfen soll. Andere Arbeitplätze mit vergleichbarem Einkommen sind in der Region aber rar.

Die Offerte wurde nur von 600 Mitarbeitern angenommen. Für die verbliebenen 1200 Mitarbeiter bietet Opel nun Alternativen. Dazu gehört die Möglichkeit eines Wechsels ins Stammwerk nach Rüsselsheim, wo es nach Unternehmensangaben mehr als 300 offene Stellen gibt.

Um den Wechsel schmackhaft zu machen, werden Prämien von bis zu 25.000 Euro angeboten.  Die Kosten für den Personalabbau sollen dadurch nicht steigen. Bei einem Wechsel nach Rüsselsheim fällt die Abfindung weg. „Die Ertragsziele gelten“, sagte ein Sprecher. Demnach will Opel in diesem Jahr die Gewinnschwelle erreichen und ab dem nächsten Jahr dauerhaft schwarze Zahlen schreiben.

Europaweit streicht der Autobauer 8000 der 48.000 Arbeitsplätze und hat sein Werk im belgischen Antwerpen geschlossen.   

Die GM-Tochter hatte am Donnerstag überraschend einen Wechsel an der Unternehmensspitze angekündigt. Der bisherige Entwicklungschef des Detroiter Konzerns, Karl-Friedrich Stracke (55), soll am 1. April als neuer Vorstandsvorsitzender nach Rüsselsheim wechseln. Der bisherige Opel-Chef Nick Reilly rückt in den Aufsichtsrat und ist künftig für strategische Fragen des Europageschäfts zuständig, zu dem neben Opel/Vauxhall auch die GM-Marken Cadillac und Chevrolet gehören.  

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Leider kann man in keiner Zeitung lesen wie mit den Mitarbeitern im Werk Bochum umgegangen wird.Wenn sich die Geschäftsleitung einen Mitarbeiter ausgesucht hat ,der entsorgt werden soll,wird er solange schikaniert(Arbeit schlecht)und versetzt,bis er entnervt aufgibt und endlich unterschreibt.

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