Künftig weniger Rabatte bei Neuwagenkauf
Opel-Händler wollen sich bei EU-Kommission beschweren

Die wegen verringerter Gewinnspannen um ihre Wettbewerbsfähigkeit in Europa fürchtenden deutschen Opel-Händler wollen Beschwerde bei der EU-Kommission in Brüssel einlegen.

rtr/dpa MAINZ. Das kündigte der Vorstandssprecher des Verbandes Deutscher Opel-Händler, Hans-Joachim Flohr, am Dienstag nach einer Mitgliederversammlung in Mainz an. Zugleich empfahl er trotz Bedenken den rund 600 Mitgliedern, die neuen Händler- und Service-Verträge mit der Adam Opel AG zum 1. Oktober zu unterschreiben.

Neuwagen-Käufer müssen laut Flohr damit rechnen, dass es von Herbst an schwerer wird, Rabatte beim Opel-Händler auszuhandeln. „Wie die Praxis sein wird, wird aber der Markt bestimmen“, schränkte der Ehrenpräsident des Verbandes, Theo Thüllen, ein. Hintergrund der von Opel geplanten geringeren Margen für die Händler ist die im Oktober in Kraft tretende europäische Gruppen-Freistellungsordnung (GVO), die für mehr Konkurrenz in der Branche sorgen soll und gegen die die Opel-Händler nun in Brüssel vorgehen wollen.

Die meisten Händler werden wohl unterschreiben

Die Mehrzahl der Opel-Händler wird nach Einschätzung ihres Dachverbandes die vom Rüsselsheimer Autokonzern angebotenen neuen Händlerverträge aus wirtschaftlichem Zwang unterschreiben. Einzelne Punkte der Verträge, die ab Oktober gelten sollen, will der Verband Deutscher Opelhändler (VDOH) jedoch juristisch prüfen lassen.

Opel werde die Verträge vermutlich noch in dieser Woche an die Händler schicken, erklärte der VDOH nach einem Treffen am Dienstag in Mainz. Praktisch alle Händler würden diese Verträge trotz Vorbehalten vermutlich schon aus wirtschaftlicher Notwendigkeit unterzeichnen, weil sie sonst keine kaufmännische und unternehmerische Sicherheit hätten. „Die Masse der Betriebe ist so hoch investiv, dass sie sich eine Unsicherheit einfach nicht leisten können“, sagte ein Verbandssprecher

Notwendig wurden die neuen Verträge, weil die Europäische Union über die so genannte Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) eine Liberalisierung des europäischen Autohandels beschlossen hatte. Die Neuregelung muss mit Ablauf der einjährigen Schonfrist am 01. Oktober 2003 umgesetzt sein. Ziel der neuen GVO ist es, den Wettbewerb in Europa zu erhöhen und die teils hohen Preisunterschiede für Fahrzeuge zwischen einzelnen EU-Staaten zu beseitigen.

VDHO will Vertragsbestandteile prüfen lassen

Dennoch werde der Verband etliche Bestandteile der Verträge mit dem Ziel einer Nachbesserung juristisch überprüfen lassen, kündigte der VDOH an. Unter anderem kritisiert der Verband, dass Opel sich Änderungen an dem Vertragswerk in bedeutenden Teilen vorbehalten habe. „Normalerweise regelt man so etwas auf Dauer“, bemängelte ein Sprecher. Umstritten sei auch eine Regelung, nach der der Autokonzern den Händlern über Standortbeurteilungen eine Mindestausstattung vorschreiben kann. So könne es sein, dass ein Händler, der normalerweise 300 Wagen im Jahr verkaufe, wegen eines guten Standortes die Ausstattung zum Verkauf von 700 Fahrzeugen vorhalten müsse.

Opel hatte die alten Verträge nach VDOH-Angaben vor zwei Jahren gekündigt, die Verhandlungen über neue Verträge zogen sich seit Ende vergangenen Jahres hin. Der VDOH vertritt nach eigenen Angaben etwa 600 Opel-Händler, die pro Jahr mit 280 000 Autos etwa 90 Prozent der Opel-Fahrzeuge in Deutschland verkaufen. Unterzeichnet ein Opel-Händler die neuen Verträge nicht, hat er nach Angaben des VDOH mehrere Alternativen: Er kann auf ein anderes Fabrikat umsteigen, mehrere Fabrikate vertreiben oder nur noch Service anbieten. Dies sei allerdings praktisch nur für kleinere Händler möglich, die großen Händler seien eng mit Opel verbunden, sagte ein Sprecher.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%