Kugellagerhersteller
SKF streicht 400 Stellen in Deutschland

Die Euro-Schuldenkrise macht dem Kugellager-Hersteller SKF zu schaffen. Aus diesem Grund will das schwedische Unternehmen rund 400 Stellen in Deutschland streichen. Betroffen ist der Standort Schweinfurt.
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Stockholm/SchweinfurtDer schwedische Kugellager-Hersteller SKF streicht angesichts schwächerer Geschäfte im Zuge der Euro-Schuldenkrise rund 400 Stellen in Deutschland. Mit dem Programm zur Senkung der Kosten sei bereits begonnen worden, teilte der Rivale des fränkischen Auto- und Industriezulieferers Schaeffler am Mittwoch mit.

Damit sollten pro Jahr etwa 19 Millionen Euro eingespart werden. Die Stellen sollen einer Konzernsprecherin zufolge am Standort Schweinfurt abgebaut werden, wo derzeit noch 4500 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dies solle über ein freiwilliges Abfindungsangebot geschehen. SKF beschäftigt weltweit etwa 45.000 Mitarbeiter, davon 6700 in Deutschland.

Firmenchef Tom Johnstone sagte in Stockholm, der Absatz im laufenden Quartal in Europa und Asien werde sich schwächer entwickeln als ursprünglich gedacht - auch wenn in einigen Bereichen, etwa bei Erneuerbaren Energien oder der Raumfahrt, die Geschäfte durchaus gut liefen.

Er führe dies auf ein generelles Misstrauen in die Wirtschaftsentwicklung zurück. Der Abschwung in Europa betreffe auch Deutschland. In Asien - und dort vor allem in China - habe es die erhoffte höhere Nachfrage ebenfalls bislang nicht gegeben.

Ähnliches gelte für Indien. In Nord- und Lateinamerika liefen die Geschäfte indes besser. "Alles in allem ist die weltweite Geschäftslage derzeit unsicher", sagte Johnstone. Die SKF-Aktie gab rund sieben Prozent nach.

SKF gilt wegen des Einsatzes seiner Produkte in den verschiedensten Bereichen - etwa bei Erneuerbaren Energien oder Waschmaschinen - als Konjunktur-Barometer für die Industrie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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