Kuka
Beim Roboterhersteller bricht der Gewinn ein

Der Augsburger Roboterhersteller Kuka ist nach dem Angebot des Hausgeräteherstellers Midea in chinesischer Hand. Doch der Übernahmepoker hat im zweiten Quartal Spuren in der Kuka-Bilanz hinterlassen.

MünchenFür die Übernahme des Roboterbauers Kuka hat der chinesische Midea-Konzern tief in die Kasse gegriffen. 115 Euro zahlt der Hausgerätehersteller je Aktie. Damit wird Kuka mit 4,5 Milliarden Euro bewertet. Ein stolzer Preis, das zeigen auch die aktuellen Zahlen. Zwar lässt ein Rekordauftragseingang auf weiterhin gute Geschäfte hoffen. Doch sank der Gewinn nach Steuern im ersten Halbjahr von 41,5 auf 30,4 Millionen Euro. Auch der Umsatz war rückläufig.

Kuka-Chef Till Reuter zeigte sich dennoch zuversichtlich. Die Stimmung im Unternehmen sei gut, sagte er in einer Telefonkonferenz. „Die Kukaner ziehen alle an einem Strang.“ Obwohl sich Midea um die 90 Prozent gesichert hat – die abschließende Zahl liegt noch nicht vor -, sei das Interesse der Investoren an dem Roboterbauer im In- und Ausland „ungebrochen“. Viele seien daran interessiert, in Kuka zu investieren.

Ob Midea Anteile an andere Investoren abgeben könnte, um die Beteiligung so angesichts des hohen Kaufpreises wieder etwas zu reduzieren, ließ er offen. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, die Aktionärsbasis wieder zu verbreitern, zum Beispiel auch eine Kapitalerhöhung.

Die Übernahme ist gerade auf der Zielgeraden. Während der Angebotsfrist sicherte sich Midea – einschließlich bereits zuvor erworbener Anteile – knapp 86 Prozent der Kuka-Aktien. Bis Mitternacht läuft noch eine Nachfrist, in der Investoren ihre Anteile an Midea verkaufen können, die bislang gezögert haben. Die Mehrheit dürfte am Ende also noch größer auffallen. Allerdings haben die Chinesen versprochen, Kuka nicht mit einem Squeeze-out von der Börse zu drängen und auch keinen Beherrschungsvertrag abzuschließen.

Die Aufregung um die Kuka-Übernahme durch chinesische Investoren war so groß, weil der Roboterbauer als Filetstück in der Industrie 4.0 gilt – also bei der Digitalisierung der Industrie.

Die Quartalszahlen zeigen, dass die Geschäfte insgesamt gut laufen. Der Auftragseingang legte um knapp 14 Prozent auf erstmals 1,6 Milliarden Euro zu. Allerdings sanken die Erlöse um knapp zehn Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Einige Großaufträge kämen erst im zweiten Halbjahr zum Tragen, sagte Reuter. Immerhin: Die Erlöse in der Vorzeigesparte Robotics legten im Halbjahr leicht auf 458,7 Milliarden Euro zu.

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Langfristige Perspektiven bleiben gut

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