Kuka, Gea und Jungheinrich
Krise zwingt Maschinenbauer zum Abspecken

Die Maschinenbauer bekommen die Konjunkturprobleme voll zu spüren. So stehen beim Roboter- und Anlagenbauer Kuka alle Ampeln auf rot: Das Unternehmen will nach einem Gewinneinbruch an allen Ecken und Enden sparen. Das bekommen auch die Aktionäre zu spüren. Auch Gildemeister stellt sich auf schlechte Zeiten ein und streicht wie Gea massiv Stellen.

HB DÜSSELDORF. Kuka gibt einen düsteren Ausblick. "Auf Grund der aktuellen konjunkturellen Schwierigkeiten wird die voraussichtliche Geschäftsentwicklung einschließlich Finanz- und Ertragslage bis 2010 derzeit insgesamt gesehen negativ eingeschätzt", hieß es in dem am Donnerstag in Ausgburg veröffentlichten Geschäftsbericht. Das Unternehmen will nun weiter sparen: Material- und Verwaltungskosten sollen gesenkt, die Produktionskapazität zurückgefahren werden. Die Zahl der Leiharbeiter wird reduziert, befristete Verträge nicht verlängert und ein Einstellungsstopp verhängt. Auch Einschnitte bei der Entlohnung sind angedacht. Zudem stehen Entwicklungsprojekte auf dem Prüfstand.

2008 sackte der Nettogewinn auf 30,6 von 117,9 Mio. im Vorjahr ab. Der Konzern hatte bereits Anfang Februar von Rückgängen bei Umsatz und operativem Ergebnis (Ebit) berichtet. Nach dem Gewinneinbruch will Kuka keine Dividende zahlen. Dies werde das Management der Hauptversammlung vorschlagen, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Unternehmenspräsentation. Die im MDax gelistete Aktie notierte am Donnerstag zu Handelsbeginn sechs Prozent im Minus.

Fürs laufende Jahr erwartet Kuka eine deutlich niedrigere Nachfrage. Seit Jahresanfang sei der Auftragseingang geschrumpft. In der Automotive-Sparte sei die Nachfrage bereits 2008 eingebrochen, in der restlichen belieferten Industrie seit dem vierten Quartal 2008.

Die Augsburger machen rund drei Viertel ihrer Geschäfte mit den schwächelnden Autoherstellern, wollen sich aber seit einiger Zeit breiter aufstellen. Dazu beitragen soll der Einstieg des schwäbischen Mittelständlers Grenzebach, der sich 19 Prozent an Kuka gesichert hat. Grenzebach stellt unter anderem Gepäckförderanlagen für Flughäfen her und verwendet in seinen eigenen Produkten Komponenten von Kuka.

Die Wirtschaftskrise wird sich auch deutlich auf die Umsatzentwicklung des Bielefelder Werkzeugmaschinenbauers type="organisation" value="DE0005878003">Gildemeister auswirken. Das sagte Vorstandschef Rüdiger Kapitza bei der Bilanzvorlage am Donnerstag in Bielefeld. Der Rekordauftragsbestand, der Ende 2008 bei rund 730 Millionen Euro lag, werde Gildemeister noch einigermaßen über das erste Halbjahr bringen. Damit könnte das Unternehmen 2009 noch glimpflich davonkommen. "Was dann kommt, ist noch nicht absehbar", sagte der Vorstandschef.

Klar ist aber, dass Gildemeister wegen der weltweiten Konjunkturkrise jeden siebten Arbeitsplatz streicht und jetzt auch Festangestellte entlassen will. Die Mitarbeiterzahl soll von rund 7 000 auf 5 900 sinken, sagte Konzernchef Rüdiger Kapitza am Donnerstag in Bielefeld. Neben 500 bisher verbliebenen Leiharbeitern müssen auch 200 eigene Beschäftigte mit befristeten und 100 mit unbefristeten Verträgen gehen. Darüber hinaus werden die 300 Auszubildenden nicht übernommen. Damit erweitert Kapitza sein Sparprogramm beim Werkzeugmaschinen-Hersteller von 20 Millionen Euro auf 60 Millionen Euro.

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