Kuka, Gildemeister, Demag
Quartalszahlen im Überblick

Neben fünf Dax-Konzernen legen heute auch zahleiche Unternehmen aus der zweiten Reihe ihre Zahlen auf den Tisch. Dazu gehören Kuka, Gildemeister, der Tiefbaukonzern Bauer und Demag Cranes. Wie erwartet gab es alles andere als Rekordgewinne zu vermelden. Aber der Blick nach vorne stimmt zu Teil zuversichtlich.

HB DÜSSELDORF. Die seit einem Jahr andauernde Talfahrt des Roboter- und Anlagenbauers Kuka scheint gebremst. „Wir sehen bei den Robotern eine gewisse Bodenbildung und bei Systems einen Aufwärtstrend“, sagte Vorstandschef Horst Kayser am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Weitere Zuversicht schöpfte er aus dem Auftragsbestand, der rechnerisch noch für sechs Monate reiche. „Ein guter Puffer für die Zukunft.“ Dennoch sieht der Vorstand den Konzern im Gesamtjahr weiterhin in der Verlustzone. Der Kurs fiel bis zum Mittag um 3,70 Prozent auf 10,67 Euro.

Kuka leidet massiv unter der Flaute bei seinen wichtigen Autokunden. Im zweiten Quartal gingen die Bestellungen und der Umsatz weiter zurück, das Unternehmen schrieb tiefrote Zahlen. Nun hofft das Management auf die positiven Auswirkungen der jüngst gestarteten Abwrackprämie auf dem weltgrößten Automarkt USA sowie auf den Neuanfang der beiden Hersteller General Motors (GM) und Chrysler. Es gebe bereits wieder erste Anfragen aus den Staaten, sagte Kayser.

Mit einem Abbau von festen Stellen und Leiharbeitern, Kurzarbeit, Gehaltseinschnitten und sogar Werksschließungen versucht die Konzernführung, die angespannte Situation zu entschärfen. Betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland, das stellte Vorstandschef Kayser klar, werde es im laufenden Jahr nicht geben. Für 2010 wollte er dies aber nicht mehr ausschließen. Die Zahl der Mitarbeiter sank bereits von fast 6 200 zu Jahresbeginn auf knapp 5 900 Ende Juni. Kuka sparte 23 Mio. Euro ein, für das Gesamtjahr geplant sind 50 Millionen.

Um die in der Krise geschröpfte Kasse wieder zu füllen, bereitet sich Kuka auf eine Kapitalerhöhung vor. Es gebe eine grundsätzliche Genehmigung des Aufsichtsrats, sagte Finanzchef Matthias Rapp. Auch der mit dem Vorstand im Clinch liegende Großaktionär Grenzebach habe seine Zustimmung signalisiert. Bis zum Ende des dritten Quartals soll die Vorbereitung abgeschlossen sein.

Die Gespräche mit den Banken über einer Verlängerung der Ende kommenden Jahres auslaufenden syndizierten Kreditlinie über 305 Mio. sollen im vierten Quartal beendet werden. Angesichts der Flaute hatte Kuka die Bedingungen für sein Darlehen jüngst verletzt, was schlimmstenfalls zur Fälligstellung führen könnte. Dann wäre das Unternehmen in seiner Existenz gefährdet. Von den Banken gebe es jedoch keinerlei Signale in dieser Richtung, beteuerte der Vorstand.

Kuka war in der jüngsten Vergangenheit vor allem durch die Querelen mit Grenzebach aufgefallen. Der Mittelständler war im vergangenen Jahr bei Kuka eingestiegen und hat sich mittlerweile einen Anteil von knapp 30 Prozent gesichert. Dem Familienunternehmen geht die Hinwendung zu Geschäftsbereichen außerhalb der Autoindustrie nicht schnell genug. Konzernchef Kayser wehrte aber ab: „Da gibt es inhaltlich keinen wirklichen Dissens.“

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