Kuka-Übernahme

Chinesische Midea legt offizielles Angebot für Kuka vor

Die chinesische Midea will größter Aktionär des Roboterbauers Kuka werden. Der Haushaltsgerätehersteller hat nun ein offizielles Übernahmeangebot abgegeben. Doch auch der Schweizer Konzern ABB hat offenbar Interesse.
Update: 16.06.2016 - 09:49 Uhr
Mehrere Konzerne buhlen um den Roboterbauer. Quelle: dpa
Kuka

Mehrere Konzerne buhlen um den Roboterbauer.

(Foto: dpa)

AugsburgDer chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea hat nun ein offizielles Übernahmeangebot für den Roboterbauer Kuka abgegeben. Damit bestätigen die Chinesen ihre bereits bekannten Pläne, den Anteil an dem Augsburger Unternehmen auf über 30 Prozent erhöhen zu wollen, wie Midea am Donnerstag mitteilte. Wie hoch der Anteil an Kuka nach der Durchführung des Angebots tatsächlich ist, hängt davon ab, wie viele Aktionäre ihre Anteilsscheine abgeben. Midea bietet wie bereits bekannt 115 Euro je Aktie.

Die Annahmefrist läuft bis zum 15. Juli 24 Uhr. Midea bekräftigte, es solle kein Beherrschungsvertrag abgeschlossen werden und Kuka solle auch nicht von der Börse genommen werden. Zu Berichten, Midea begnüge sich auf Druck der Bundesregierung mit einem Maximum von 49 Prozent der Aktien, sagte eine Sprecherin, rein rechtlich sei die Festlegung einer solchen Obergrenze nicht möglich.

Der Roboterbauer Kuka will das Übernahmeangebot des chinesischen Hausgeräteherstellers Midea prüfen. In spätestens zwei Wochen werde man eine begründete Stellungnahme vorlegen, sagte eine Kuka-Sprecherin.

Spekulationen, wonach der Schweizer Industriekonzern ABB eine Gegenofferte vorlegen könnte, wollte die Kuka-Sprecherin nicht näher kommentieren. Sollte ein solches Angebot kommen, würde man dieses wie alle anderen prüfen, sagte sie.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen
Biotest (2017)
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Das Biotechunternehmen aus Dreieich wird von chinesischen Investoren übernommen. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, teilte Biotest im April 2017 mit. Großaktionär Ogel, der bereit knapp über 50 Prozent an dem Unternehmen hält, unterstütze die Transaktion und werde seine Aktien andienen. Mit Biotest nimmt Creat ein weiteres Unternehmen ins Visier, das im Bereich Plasmaproteinprodukte tätig ist. Erst im vergangenen Jahr hatten die Chinesen die britische Firma Bio Products für rund 944 Millionen Euro gekauft. Biotest hat sich neben Plasmaproteinprodukten auf biotherapeutische Arzneimittel konzentriert.

Kuka (2016)
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Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie – und ein Vorzeigeunternehmen. Rund 4,6 Milliarden Euro hat der chinesische Hausgeräte-Hersteller Midea im Sommer 2016 für den Erwerb von Kuka auf den Tisch gelegt. Eine Investition, die sich zu lohnen scheint: So konnte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 neue Aufträge im Rekordwert von 3,4 Milliarden Euro verbuchen – dies entspricht einem Zuwachs von über 20 Prozent. Kuka hat weltweit rund 13.200 Mitarbeiter.

Krauss-Maffei (2016)
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Im Januar 2016 verkauft der Finanzinvestor Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

Koki & Hilite (2014)
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Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer Koki. Ein Kaufpreis wird nicht genannt. Avic übernimmt im selben Jahr einen weiteren Autozulieferer: Für 473 Millionen Euro kauft sich das chinesische Unternehmen bei Hilite ein.

Tailored Blanks (2013)
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Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Putzmeister (2012)
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Der Betonpumpenhersteller Putzmeister wurde 2012 von Firmengründer Schlecht an den chinesischen Baumaschinen-Riesen Sany Heavy Industry verkauft. Die ließen sich die Übernahme des Weltmarktführers für Autobetonpumpen rund 320 Millionen Euro kosten.

Kiekert (2012)
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Noch ein Weltmarktführer in chinesischer Hand: Der Autozulieferer Kiekert wird 2012 vom Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernommen. Das Unternehmen ist der Erfinder der Zentralverriegelung und Spezialist für Autoschlösser.

  • dpa
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