Kundendaten von Wettbewerber Dassault bei Tochter aufgetaucht
Daten-Affäre belastet Siemens

Der Münchener Siemens AG macht ein angeblicher Datendiebstahl neue Schwierigkeiten. Siemens hat eingeräumt, dass bei einem Tochterunternehmen im Intranet unerlaubt eine Kundenliste des französischen Wettbewerbs Dassault Systèmes verwendet wurde.

PARIS. Die Daten von 3 216 Kunden Dassaults in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden auf noch nicht geklärte Weise bei Dassault gestohlen und tauchten im internen Netz der Siemens Product Lifecycle Management Software GmbH auf. "Wir führen Gespräche mit Dassault. Eine interne Untersuchung läuft, um die Verantwortlichkeiten zu klären", sagte ein Siemens-Sprecher auf Anfrage.

Dassault hat bisher auf Klagen verzichtet, schließt aber rechtliche Schritte für die Zukunft nicht aus, erklärte die Sprecherin von Dassault Systèmes. Bisher habe Siemens keinerlei Erklärungen dazu geliefert, wie die Daten zu der Siemens-Tochter gelangt seien, noch ob sie zum Schaden Dassaults genutzt worden seien. Branchenkreise vermuten, dass ein ehemaliger Dassault-Mitarbeiter zur Siemens-Tochter gewechselt ist und die Kundendaten mitgebracht hat. "Auch bei Siemens sollte es in dem Fall üblich sein, gestohlene Daten nicht zu verwenden", sagte die Dassault-Sprecherin.

Siemens widersprach der Darstellung. Der Konzern habe den Vorgang intern untersucht. "Der Vorwurf, dass es sich bei der einer Liste mit Unternehmensnamen um ein Geschäftsgeheimnis von Dassault handelt, hat sich dabei nicht bestätigt", erklärte ein Sprecher. Siemens habe Dassault die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung gestellt und im Zuge der gemeinsamen Gespräche mehrfach gegenüber Dassault bekräftigt, die Geschäftsgeheimnisse des Unternehmens zu respektieren. Siemens weist einen Rechtsverstoß gegenüber Dassault zurück und ist verwundert, dass Dassault die Vorwürfe öffentlich wiederholt und damit die geführten Gespräche konterkariert.

Bekannt geworden war der Fall durch einen Artikel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 4. Juni. Laut Dassault habe danach Siemens die betreffenden Daten an Dassault sofort zurück gegeben und in den hauseigenen Systemen gelöscht.

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