Kundenorientierung muss verbessert werden
Anlagenbauer entwickeln lukrative Servicegeschäfte

Die Anlagenbauer in Deutschland müssen im Service-Geschäft besser werden. Das ist das Ergebnis einer Studie der Strategieberatung Monitor Group, die über 60 Anlagenbauer im deutschsprachigen Raum befragt hat.

HB DÜSSELDORF. „Es fehlen intelligente Service-Systeme“, sagt Carsten B. Henkel, Partner von Monitor. „Für viele steht das Geschäft erst am Anfang. Sie beschränken sich auf den Austausch von Verschleißteilen.“

Dabei wächst das Service-Geschäft in vielen Branchen schneller als der Verkauf der Anlagen. Monitor schätzt das Wachstum des Bereiches im Schienenfahrzeugbau am höchsten ein. Hier erwarten die Berater von 2000 bis 2005 ein Plus von 15 Prozent. Die Hersteller von Kraftwerken und Papiermaschinen sollen ein Plus von zehn Prozent erreichen, bei den Herstellern von Hüttenwerken und im Werkzeugmaschinenbau beziffert Monitor das Wachstum des Service-Bereichs auf fünf bis zehn Prozent. „Das Wachstum kommt in vielen Branchen fast nur aus dem Service, denn das allgemeine Geschäft stagniert“, sagt Oliver Bendig, Mitautor der Studie der Monitor Group.

Einige große Anlagenbauer haben das Service-Geschäft bereits kräftig ausgebaut. „Die Kunden fordern bei uns in der Regel auch einen Service“, sagt Hans-Peter Sollinger, Vorstand beim Anlagenbauer Voith. „Wir haben weltweit 25 Service-Stationen.“ Siemens unterhält in seinem Konzernbereich Automation eine eigene Abteilung mit dem Kürzel I&S, die rund vier Mrd. Euro mit dem Service erwirtschaftet und etwa 15 000 Personen beschäftigt. „Wir bieten alle Bereiche des Service an, aber unser Kerngeschäft ist die Instandhaltung der Anlagen“, sagt Bereichssprecher Wieland Simon. Für den Anbieter von Walz- und Hüttenwerken SMS gibt Geschäftsführer Kay Mayland den Anteil des Service-Geschäfts mit über 20 Prozent an, Tendenz steigend.

„Es gibt im Service bedeutend mehr zu verdienen als im reinen Verkauf der Anlagen“, sagt Henkel von Monitor. Bei Papiermaschinen und Hüttenwerken schätzt er die Margen im Service auf 15 bis 20 Prozent, während mit dem Verkauf der Anlagen lediglich Spannen von bestenfalls fünf Prozent bezogen auf das Ebit zu erzielen seien. Bei Hüttenwerken subventioniere der Service sogar den defizitären Anlagenverkauf. Dem widerspricht allerdings Geschäftsführer Mayland von SMS: Auch der Verkauf der Anlagen brauche schwarze Zahlen. Allerdings räumt er ein, dass die Margen im Service besser liegen.

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