Die Unternehmensberatung Alix Partners kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nachdem schon der schwäbische Modellbahnhersteller Märklin wegen mangelhafter Beratung eine siebenstellige Summe zurückverlangt hat, protestiert nun auch der bayerische Strumpfhersteller Kunert. Dieser war aber schlauer als Märklin und stellte die Zahlungen präventiv ein.
Model mit Strumpfhosen der bayerischen Kunert AG. Der Strumphosenhersteller ist nach Märklin das zweite deusche Unternehmen, das Unternehmensberatungen angreift. Foto: PR
DÜSSELDORF. Der bayerische Strumpfhersteller Kunert hat sich erfolgreich gegen die Zahlung von Erfolgshonoraren in siebenstelliger Höhe an die US-Beratung Alix Partners gewehrt. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Hollmann dem Handelsblatt bestätigte, verweigerte Kunert unter seiner Anweisung die Anerkennung von Boni von rund 1,5 Mill. Euro.
Hollmann wollte keine Details nennen. Offenbar beinhaltet der Kompromiss mit Alix, dass Kunert zwar nicht zahlen muss, im Gegenzug aber auch keine Einzelheiten an die Öffentlichkeit bringt. Auf der Hauptversammlung vor wenigen Tagen erhielten die Aktionäre teilweise dennoch Einblick in die Praxis der US-Berater. So wurde eine Rechnung präsentiert, mit der Alix für zwei Wochen Arbeit 116 000 Euro verlangte. Abgezeichnet ist die Summe von dem Alix-Berater Detlev Schauwecker, der zu diesem Zeitpunkt als Finanzvorstand von Kunert fungierte. Das Okay für die Zahlung erteilte Schauwecker per Fax aus Düsseldorf. Der Unternehmenssitz von Kunert ist im bayerischen Immenstadt.
Alix ist eine der bekanntesten Unternehmensberatungen weltweit. Zu ihrem Konzept gehört es, Sanierungskonzepte nicht nur zu erstellen, sondern selbst in die Geschäftsführung einzusteigen und die Pläne umzusetzen. Dadurch geraten die Alix-Berater immer wieder in eine Doppelrolle, die Anlass für viel Kritik ist.
Nach Angaben von Kunert-Vorstand Hermann de Jong auf der Hauptversammlung zeichnete er seit seinem Antritt im Sommer 2006 die Rechnungen von Alix nur noch unter Vorbehalt ab. Der neue Aufsichtsratschef Michael Hollmann, der im November 2006 zu Kunert kam, stoppte die Zahlungen an die Berater nach eigener Aussage dann komplett. Als Begründung nannte Hollmann den Aktionären, dass „einfach nicht die entsprechende Leistung zu sehen war“.

