Kunststoffbereich
Bayer streicht 1500 Stellen

Bayer hat im Zuge seines neuen Sparprogramms im Kunststoffbereich Material Science (BMS) den weltweiten Abbau von 1500 der derzeit etwa 15 000 Stellen angekündigt. Im dritten Quartal hat der Konzern unter anderem dank guter Geschäfte der Gesundheitssparte und einer Belebung im Agrarchemiegeschäft deutlich mehr verdient als vor Jahresfrist.

HB LEVERKUSEN. Bayer will die Kunststoffsparte auf Rendite trimmen und dort bis Ende 2009 Einsparungen von 300 Mill. Euro jährlich erzielen. Die Stellen sollen bis Ende 2009 in der Verwaltung, im Vertrieb und im Marketing gestrichen werden, sagte Bayer-Chef Werner Wenning am Dienstag in Leverkusen. "Der größte Teil der Anpassungen wird über die natürliche Fluktuation erfolgen." Bei BMS in Deutschland sollen 400 bis 500 Stellen wegfallen. "Wir sehen keine betriebsbedingten Kündigungen", sagte Wenning.

Die Maßnahmen würden bis 2009 etwa 150 bis 200 Mill. Euro kosten, erklärte das Management. Bayer Material Science gehört mit einem Jahresumsatz von zehn Mrd. Euro zu den weltweit führenden Kunststoffherstellern.

Der Bayer-Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - sei binnen Jahresfrist um 23,9 Prozent auf 953 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Leverkusen mit. Analysten hatten im Schnitt mit 911 Millionen Euro gerechnet.

Der Überschuss schnellte dank eines hohen Steuerertrags im Zuge der Unternehmenssteuerreform auf 1,175 Milliarden Euro in die Höhe von 320 Millionen vor Jahresfrist. Der Konzern setzte in den Monaten Juli bis September 7,793 Milliarden Euro um, das ist ein Plus von 4,5 Prozent.

"Dieser Geschäftsverlauf hat trotz hoher Rohstoffkosten und ungünstiger Währungseffekte unsere Zuversicht auf ein weiteres sehr erfolgreiches Jahr gefestigt", erklärte Konzernchef Werner Wenning. "2007 soll ein neues Rekordjahr werden", gab sich der Manager optimistisch. Bayer erwarte ein bereinigtes Umsatzplus von sechs Prozent auf mehr als 32 Mrd. Euro. Die bereinigte operative Rendite vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll um mindestens einen Prozentpunkt im Vergleich zu den 19,3 Prozent von 2006 verbessert werden. Im Sommerquartal kam Bayer auf eine operative Marge von 20 Prozent.

Davon könnten auch die Aktionäre profitieren: Bayer-Chef Wenning deutete eine Erhöhung der Dividende für 2007 an. Sie werde "aktionärsfreundlich" ausfallen, sagte der Konzernchef auf eine entsprechende Frage.

"Positiv ist, dass alle Bereiche gleichmäßig wachsen", sagte eine Marktteilnehmerin mit Blick auf den Quartalsbericht von Bayer. Es gebe keinen negativen Ausreißer. Das zeige, dass der Konzern gut aufgestellt sei. Die wichtigsten Kennziffern lägen alle oberhalb der Prognosen. Der Aktienkurs könnte davon profitieren, sagte die Marktteilnehmerin. Um 58 Euro liege der kurzfristige Abwärtstrend. Sollte der Kurs ihn knacken, sei Platz in Richtung Allzeit-Hoch knapp über 60 Euro.

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