Kunststoffhersteller
Styrolution wird vorsichtiger

Das Gemeinschaftsunternehmen von BASF und Ineos hat 2013 von seinem Sparkurs profitiert: Der Gewinn ist um fast ein Drittel geklettert. Doch jetzt sind Einkauf und Vertrieb umgebaut – das Umfeld aber bleibt hart.
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FrankfurtNach einem Gewinnsprung schaltet der Kunststoffhersteller Styrolution in diesem Jahr einen Gang zurück. Der Frankfurter Konzern erntete 2013 noch die Früchte seines Sparkurses. Doch nun sind Einkauf und Vertrieb umgebaut, die noch ausstehenden Spareffekte werden geringer, wie das Gemeinschaftsunternehmen der beiden Chemieriesen BASF und Ineos am Donnerstag mitteilte. Das Umfeld sei unverändert hart.

„Der Markt ist und bleibt schwierig. Unsere Aufgabe bei Styrolution wird es sein, uns als Marktführer zu behaupten“, sagte Konzernchef Roberto Gualdoni. Styrolution stellte für 2014 einen leichten Anstieg des operativen Gewinns (Ebitda) in Aussicht.

Der vor allem auf Basiskunststoffe wie Polystyrol ausgerichtete Konzern entstand 2011 durch Zusammenlegung von Geschäften des BASF-Konzerns und des in der Schweiz ansässigen Chemieriesen Ineos. Die Unternehmen halten jeweils die Hälfte der Anteile. Styrolution ist der weltweit größte Hersteller von Styrolplastik, einem Basiskunststoff, der in der Autobranche, in Haushaltsgeräten, in der Elektro-Industrie und in Spielzeug wie etwa Playmobil-Figuren eingesetzt wird. Styrolution betreibt aktuell mit 3.200 Beschäftigten 17 Produktionen in zehn Ländern.

Im vergangenen Jahr baute der Konzern seinen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) um fast ein Drittel auf 442 Millionen Euro aus. Der Überschuss kletterte auf 115 Millionen Euro nach 50 Millionen Euro im Jahr 2012. Dabei profitierte das Unternehmen von seinem Sparkurs, der ihm bis Ende 2013 rund 190 Millionen Euro einbrachte - Ziel sind Einsparungen von 200 Millionen Euro im Jahr.

Zu dem Gewinnschub trug auch ein besseres Amerikageschäft und eine höhere Anlagenauslastung in Europa bei. Styrolution hatte Ende 2012 ein Polystyrol-Werk in Marl geschlossen. Sein Geschäft mit Spezialkunststoffen, das höhere Renditen abwirft, baute das Unternehmen weiter aus. Der Konzernumsatz sank 2013 um 2,5 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro.

Seine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) will Styrolution weiter verbessern. „Unser Ziel ist es, auf zehn Prozent plus zu kommen“, sagte Konzernchef Gualdoni. Das soll bis spätestens 2020 erreicht werden. Im vergangenen Jahr lag die Ebitda-Marge bei rund acht Prozent - zum Firmenstart waren es rund vier Prozent gewesen.

Die Position in den Schwellenländern will Gualdoni ausbauen. Dabei hat der Konzernchef auch China im Blick - bislang ein weißer Fleck für Styrolution. „Man muss den richtigen Zeitpunkt finden, um in China einzusteigen“, sagte Gualdoni. Wann das sein werde, sagte er nicht. Der chinesische Kunststoff-Markt gilt als hart umkämpft, der Aufbau einer Produktion würde mehrere 100 Millionen Euro an Investitionen verschlingen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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