Kupferhütte
Aurubis leidet unter Konjunkturabkühlung

Aurubis spürt wie üblich die Abkühlung der Konjunktur etwas eher als die meisten anderen Firmen. Europas größte Kupferhütte bleibt trotz eines eher durchschnittlichen zweiten Quartals bei seiner Prognose.
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HamburgEuropas größte Kupferhütte Aurubis registriert keine Anzeichen für einen Konjunktureinbruch und hält an ihren Geschäftszielen fest. Der Konzern teilte am Mittwoch mit, er rechne auch für die kommenden Monate mit guten Rohstoffmärkten und entsprechenden Schmelz- und Raffinerielöhnen. „Die Auslastung unserer Anlagen zur Kupfererzeugung dürfte daher weiterhin hoch sein.“ Kupferhersteller wie Aurubis erhalten Konzentrat von den Minen und verarbeiten dieses in deren Auftrag zu reinem Kupfer. Dafür erhalten sie sogenannte Schmelzlöhne. Für die Verarbeitung von Kupferschrott stellen sie Raffinerielöhne in Rechnung.

Auch bei Kupferprodukten, dem zweiten wichtigen Standbein neben der Kupfererzeugung, erwartet Aurubis eine Fortsetzung der hohen Nachfrage in Europa sowie in den Exportmärkten. In den von der Schuldenkrise betroffenen Ländern Südeuropas registrierte der Konzern, an dem der Stahlkocher Salzgitter maßgeblich beteiligt ist, allerdings eine Abschwächung der Nachfrage. Die weitere Entwicklung stellte der Vorstand unter den Vorbehalt, dass sich die jüngsten Panikverkäufe an den Börsen nicht auf die Konjunktur auswirkten.

Die Entwicklung der Kupferindustrie gilt als wichtiger Hinweis für die Lage der Konjunktur insgesamt. In der deutschen Industrie hat sich der Aufschwung zuletzt etwas abgeschwächt. Die für Aurubis wichtige Elektrobranche etwa verbuchte nach hohen Zuwächsen in den vergangenen eineinhalb Jahren im Juni erstmals ein Auftragsminus.Dagegen hält der Boom in der Automobilindustrie und bei deren Lieferanten an, die Kupfer etwa für Kabel und Elektronikbauteile benötigen.

„Ingesamt sehen wir im laufenden Geschäftsjahr die Fortsetzung der guten Geschäftsentwicklung und damit eine deutliche Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr“, erklärte Aurubis. An seiner Gewinnprognose hielt der Konzern daher fest. Demnach soll der operative Vorsteuergewinn im Ende September auslaufenden Geschäftsjahr deutlich über 260 Millionen Euro liegen und den Vorjahreswert damit um 100 Millionen übertreffen. Im dritten Geschäftsquartal von April bis Juni verdoppelte Aurubis den Vorsteuergewinn auf 97 Millionen Euro und übertraft damit die Erwartungen von Analysten. Der Umsatz erhöhte sich wegen des gestiegenen Kupferpreises um ein Drittel auf knapp 3,3 Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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