Kupferhütte
Aurubis sieht Kupferindustrie über den Berg

Mit Kupfer war in den vergangenen Monaten nicht viel Geld zu verdienen. Das spürte natürlich auch Europas größter Kupferkonzern: Aurubis, manchen noch besser bekannt als Norddeutsche Affinerie, hat in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres einen leichten Verlust verbucht.

FRANKFURT. Die Kupferindustrie hat aus Sicht von Aurubis-Chef Bernd Drouven die Krise überwunden. „Ich gehe davon aus, dass sich die positive Entwicklung nach den Sommermonaten fortsetzen wird“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Europas größter Kupferhütte gestern dem Handelsblatt.

Im vergangenen Dezember war der Kupferpreis wegen gesunkener Nachfrage und aus Sorge vor den Auswirkungen der Finanzkrise auf einen Tiefstand von rund 2 500 Dollar pro Tonne gefallen. In den vergangenen Monaten erholte sich der Markt indes, da vor allem der Bedarf in China rasant anstieg. Angetrieben von der Nachfrage sprangen die Kupferpreise über die Marke von 6 000 Dollar. Ein Abgleiten unter das Niveau von 5 000 Dollar pro Tonne hält Drouven für unwahrscheinlich.

Bedenken einiger Experten, wonach die chinesische Nachfrage nicht nachhaltig ist, wies der Manager zurück. „Ich glaube, China hat Kupfer nicht gekauft, um es ins Lager zu legen.“ Das Material werde verbraucht. Er verwies dabei auf die Infrastrukturprojekte in dem Land, bei denn Kupfer benötigt werde.

Aurubis, früher Norddeutsche Affinerie, kehrte in den Monaten April bis Juni nach einem operativen Verlust im Vorquartal in die Gewinnzone zurück. Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr rechnet Drouven daher weiterhin mit einem Gewinn. „Bei einem Fortdauern der Erholungstendenzen auf den Produktmärkten erwarten wir auch im letzten Quartal und damit im Gesamtjahr ein positives operatives Ergebnis“, sagte er.

In den ersten neun Monaten von 2008/09 fiel ein Fehlbetrag von neun Mio. Euro an. Im Vorjahr stand noch ein Überschuss von 167 Mio. Euro in den Büchern. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen schrumpfte um 90 Prozent auf 25 Mio. Euro und der Umsatz um rund ein Fünftel auf 4,7 Mrd. Euro. Den Rückgang begründete Drouven unter anderem mit den geringeren Kupferpreisen.

An der Börse konnte Aurubis mit der Bilanz nicht überzeugen. Unicredit stufte die Aktie von Kaufen auf Halten zurück. Die Aktie gab zwischenzeitlich um über fünf Prozent nach.

Mit dem Ende der Nachfrageflaute rüstet sich Aurubis für Zukäufe. „Wir beschäftigten uns mit Akquisitionen. Wenn es Gelegenheiten gibt, schauen wir die uns intensiv an, auch wenn in diesem Jahr voraussichtlich nichts spruchreif wird", sagte Drouven. Im Fokus stehen die Märkte Europa und Asien.

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