Kupferproduzent muss kompletten Gewinn an den chilenischen Staat abführen
Codelco sucht Zugang zu privatem Kapital

Der chilenische Staatskonzern Codelco ist auf der Suche nach neuen Modellen für seine Investitionspläne. Denn die Südamerikaner stehen vor einem außergewöhnlichen Problem: Obwohl sie in den vergangenen vier Jahren ihren Umsatz auf über 8,2 Mrd. Dollar (6,7 Mrd. Euro) mehr als verdoppeln konnten und mit großem Abstand die Rangliste der weltgrößten Kupferproduzenten anführen, fehlen ihnen die Barmittel für eine offensive Expansionspolitik.

BUENOS AIRES. Ein chilenisches Gesetz verpflichtet das Staatsunternehmen dazu, seinen gesamten Vorsteuergewinn an den Fiskus abzuliefern. Im Jahr 2004 waren das 3,3 Mrd. Dollar (2,7 Mrd. Euro), immerhin 15 Prozent des chilenischen Stattshaushalts. Sämtliche Investitionen müssen also durch Schuldenaufnahme finanziert werden. Codelcos Präsident Juan Villarzu fordert nun, diese Dividendenpolitik zu überdenken und das Staatsunternehmen stärker für privates Kapital zu öffnen.

Als ersten Schritt in diese Richtung schloss Codelco jetzt einen langfristigen Investitions-, Finanzierungs- und Liefervertrag mit dem chinesischen Unternehmen Minmetals ab. Die beiden Staatsbetriebe werden ein 50:50-Joint-Venture gründen, das als Vehikel für Investitionen in Chile und im Rest der Welt dienen soll. Über dieses Gemeinschaftsunternehmen wird Minmetals Codelco sofort 550 Mill. Dollar (448 Mill. Euro) bereitstellen.

Im Gegenzug verpflichten sich die Chilenen, über 15 Jahre jährlich 57 000 Tonnen Kupfer an Minmetals zu liefern. Die Chilenen haben auf diese Weise erstmals eine Alternative zur reinen Schuldenfinanzierung ihrer Investitionen. Der Vertrag „eröffnet uns ein neues Finanzierungsinstrument, welches keinerlei Auswirkung auf das Schuldenniveu von Codelco hat“, sagte Villarzu.

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