Kurs verdoppelt
Alno will Whirlpool-Tochter kaufen

Der defizitäre schwäbische Einbauküchen-Hersteller Alno will vom US-amerikanischen Konzern Whirlpool dessen westfälische Küchenmöbel-Tochter Casawell übernehmen.

Reuters PFULLENDORF. Spekulationen über einen damit verbundenen Einstieg eines strategischen Investors ließen den Aktienkurs von Alno am Donnerstag um mehr als das Doppelte steigen.

Aus dem Zusammenschluss mit Casawell entstünde mit rund 685 Millionen Euro Umsatz und mehr als 3 000 Mitarbeitern einer der weltgrößten Küchenmöbelhersteller, teilte Alno in Pfullendorf mit. Mit der von Casawell geführten Wellmann-Gruppe könne die bisher auf hochpreisige Küchen spezialisierte Alno AG Küchen in allen Preislagen anbieten. Synergieeffekte erwarte das Unternehmen in Produktion, Einkauf, Vertrieb und im Auslandsgeschäft.

Alno sei sich mit Whirlpool Europe einig, die Verträge seien aber noch nicht unterschrieben, sagte ein Sprecher. Alno wolle nach der Zustimmung der Aufsichtsräte beider Unternehmen und der Genehmigung durch das Kartellamt Casawell zu 100 Prozent übernehmen. Zum Kaufpreis und zur Finanzierung der Übernahme äußerte er sich auf Anfrage nicht.

Alno hatte Ende 2002 nur noch ein Eigenkapital von 15,4 Millionen Euro und fast 44 Millionen Euro Bankschulden. Der Sprecher verwies aber auf die Ankündigung des neuen Vorstandschefs Frank Gebert, der einen Finanzinvestor mit strategischem Interesse für das Unternehmen finden wollte. Für den 24. Juli sei eine Pressekonferenz geplant. An diesem Tag legt auch Whirlpool Quartalszahlen vor. Die im General Standard notierte Alno-Aktie sprang in Frankfurt um 116 Prozent auf 3,50 Euro.

Das Unternehmen, das seit Jahren Verluste schreibt und 2002 fast 400 Millionen Euro umgesetzt hatte, rechnet auch 2003 noch mit roten Zahlen. Zuletzt hatte Alno Randbereiche verkauft. Zu Whirlpool gehört in Deutschland auch der Hausgerätehersteller Bauknecht.

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