Kurssturz bei Bayer
Schering ruft Präparat zurück

Schering hat sein Röntgenkontrastmittel Ultravist 370 aus dem Handel zurückgerufen. Der Berliner Pharmakonzern begründete dies mit Nebenwirkungen. Wirtschaftlich Leidtrager ist aber erstmal der Chemie- und Pharmakonzern Bayer, der neue Herr im Hause Schering. Die Aktie der Leverkusener gab kräftig nach.

HB BERLIN. Der Stoff könne im Blut von Patienten unter Umständen Kristalle bilden und damit Thrombosen (Blutgerinnsel) hervorrufen, teilte das Unternehmen am Montag in Berlin mit. Es sei allerdings noch kein Fall bekannt, bei dem ein Patient zu Schaden gekommen sei, sagte ein Sprecher. Der Rückruf erfolge vorsorglich. Ultravist war 2005 das viertstärkste Schering-Produkt mit einem Umsatz von 248 Mill. Euro.

Schering gehört inzwischen mehrheitlich der Leverkusener Bayer AG. Der Rückruf schmälert den Wert des Zukaufs. Dennoch wolle Bayer sein Barabfindungsangebot für die Schering-Aktionäre von 89 Euro je Aktie aufrechterhalten, teilte Bayer am Montag mit. "Wir wollen an unserem Zeitplan festhalten, um Schering so schnell wie möglich integrieren zu können", erklärte Bayer-Chef Werner Wenning.

Nach Bayer-Angaben könne die Rücknahme des Kontrastmittels den Unternehmenswert der Schering AG um 0,74 Euro je Aktie verringern. Die Bayer-Aktie lag nach der Mitteilung fast 2,5 Prozent im Minus und war damit der stärkste Verlierer im Dax. Die Schering-Aktie hielt sich mit geringen Abschlägen bei über 90 Euro.

Das Röntgenkontrastmittel ist aber nicht der einzige Problemfalll bei Schering. Das Unternehmen gab weiter bekannt, in einer klinischen Studie mit dem Mittel Sargramostim zum Einsatz bei der Darmkrankheit Morbus Crohn unzureichende Ergebnisse erzielt zu haben. Sargramostim sollte nach früheren Schering-Angaben 2008 in den USA auf den Markt kommen und Spitzenumsätze von über 250 Mill. Euro im Jahr erzielen.

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