Kursverfall der US-Währung
Dollar zehrt an Konzerngewinnen

Der rapide Kursverfall der US-Währung belastet deutsche Unternehmen. Besonders die Automobilhersteller leiden unter dem schwachen Dollar. Noch härter trifft es nur den Airbus-Mutterkonzern EADS. Es gibt aber auch einige wenige Firmen, denen jeder Cent an Wertverfall die Kassen mit Millionen an zusätzlichen Einnahmen füllt.

DÜSSELDORF. Schon eine Aufwertung des Euros um zehn Prozent würde die Erträge vor Steuern und Zinsen der im Deutschen Aktienindex (Dax) notierten Konzerne um durchschnittlich sechs Prozent senken. Ebenso stark sind die MDax-Unternehmen in der zweiten Reihe betroffen. Das ergeben Berechnungen der WestLB. Binnen einer Woche hat der Dollar gegenüber dem Euro um mehr als drei Prozent nachgegeben. Wenige Firmen wie die Lufthansa und Telekom profitieren hingegen vom starken Euro.

Grund für die Einbußen bei vielen Unternehmen ist, dass sich europäische Produkte bei einem starken Euro in anderen Währungsräumen verteuern und damit schwerer verkaufen lassen. Gleichzeitig werden US-amerikanische Waren hier zu Lande kostengünstiger, also wettbewerbsfähiger. Porsche beispielsweise baut seine Limousinen in Deutschland, verkauft aber fast jedes zweite Auto in den USA. Die Folge: Steigt der Euro, verteuert sich der Porsche für US-Bürger. Gestern notierte der Euro deutlich über 1,31.

Zwischen 2002 und 2005 hatte die Währung um mehr als 50 Prozent auf gut 1,36 Dollar zugelegt. Analysten zufolge bewegt sich der Euro jetzt wieder in Richtung seines Allzeithochs. Ein Anstieg des Euros um zehn Prozent gegenüber dem Dollar entspräche einem Kurs von knapp über 1,40.

Dann würden die Vorsteuergewinne nach Berechnungen der WestLB in den drei am stärksten betroffenen Branchen Pharma um 8,5, Automobil um 15 und Industrie sogar um 24,2 Prozent zurückgehen. Die Credit Suisse First Boston kam unlängst zu ähnlichen Ergebnissen. Während der Dollar-Talfahrt bis 2005 errechnete das Bankhaus, dass ein zehn Prozent stärkerer Euro in der deutschen Automobilbranche den Gewinn vor Steuern zwischen zehn (Daimler-Chrysler) und mehr als 30 (VW) Prozent einbrechen lässt.

„Weit mehr als Investitionsgüterhersteller leidet die Ge- und Verbrauchsgüterbranche“, sagt Volker Treier vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Zwar seien Produkte deutscher Maschinenbauer und Elektrotechnikspezialisten fast konkurrenzlos und könnten im Dollar-Raum kaum in gleicher Qualität produziert werden. PKW-Hersteller aber müssten sich bei einem stärkeren Euro auf schwierigere Absatzbedingungen einstellen, weil in dieser Branche die Konkurrenz höher sei. Deshalb gaben die Kurse von BMW und Daimler-Chrysler binnen einer Woche um sechs Prozent nach.

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