Kurzarbeit
Autokrise trifft auch SKF

Durch die schwache Nachfrage der Autoindustrie muss auch Wälzlagerhersteller SKF seine Produktion drosseln. Die Schweden setzten darum auch in Deutschland verstärkt auf Kurzarbeit. Konzernchef Tom Johnstone hofft, dass Nachfrage bald wieder anzieht und kritisiert die möglichen Staatshilfen für Konkurrent Schaeffler.

FRANKFURT. Die schlechte Konjunktur hinterlässt bei dem Wälzlager-Konzern SKF deutliche Spuren. Besonders wegen der schwachen Nachfrage aus dem Autobereich reduziert der schwedische Konzern seine Fertigung und streicht Arbeitsplätze. Dabei kommt Deutschland noch besser weg als andere Länder, da der Konzern hierzulande erst einmal auf das Instrument Kurzarbeit setzt.

Wie lange der Nachfragerückgang dauern wird, vermochte Konzernchef Tom Johnstone auf einer Pressekonferenz in Frankfurt nicht zu sagen. „Wir brauchen Stabilität im Finanzsektor und wieder Vertrauen, erst dann wird die Nachfrage wieder anspringen“, sagte Johnstone. Der Weltmarktführer bei Wälzlagern stellt sich auf eine niedrige Nachfrage in allen Regionen ein. Deshalb werde der Konzern im ersten Quartal 2009 die Produktion senken, Bestände herunterfahren und die Kurzarbeit ausweiten.

Staatshilfen für den Konkurrenten Schaeffler lehnte Johnstone ab. Grund für die Probleme von Schaeffler seien Entscheidungen des Managements und nicht der Wirtschaftsabschwung. Hilfen würden den Wettbewerb verzerren. Übernahmen von Teilen von Schaeffler dürften aus Kartellgründen ausscheiden. Angeboten worden sei SKF noch nichts, es könne sich aber in der Krise die Möglichkeit zu allgemeinen Zukäufen ergeben.

Die Antriebstechnik, zu der die Wälzlager-Hersteller gehören, ist nach Aussage des Chefvolkswirts des Branchenverbands VDMA, Ralph Wiechers, einer der Bereiche, die heftig auf Konjunkturschwankungen reagieren. „Im Aufschwung steigen die Bestellungen überproportional, im Abschwung fallen sie besonders stark“, sagte Wiechers. Von September bis November fiel der Auftragseingang der Antriebstechnik in Deutschland um 33 Prozent.

Für den Autobereich, der für etwa 18 Prozent des Konzernumsatzes steht, erwartet der SKF-Chef im ersten Quartal einen starken Rückgang der Nachfrage. Allerdings ist SKF insgesamt weniger getroffen als zum Beispiel Konkurrent Schaeffler, da der Konzern in den vergangenen Jahren die Abhängigkeit von der Autoindustrie durch den Ausbau des Geschäfts mit der allgemeinen Industrie vermindert hat. Eine weiter steigende Nachfrage, wenn auch geringer als im Vorjahr, erwartet SKF in den Bereichen Luftfahrt, Eisenbahnen und Energie.

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