Kurzarbeit
Chemie rüstet sich für Rezession

Auch in der Chemiebranche sind die Auswirkungen der Krise spürbar. Um den Nachfragerückgang auszugleichen, wollen die Unternehmen Arbeitszeitkonten ausgleichen. Auch Kurzarbeit sei nicht mehr ausgeschlossen. Erstmals seit sieben Jahren rechnet die Branche mit sinkenden Umsätzen.

DÜSSELDORF. Die Chemieindustrie in Deutschland bereitet sich auf den Abschwung vor. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) rechnet für 2009 erstmals seit sieben Jahre mit einem Rückgang, der bei rund einem Prozent liegen soll. Um die Arbeitsplätze des viertgrößten Industriezweigs Deutschlands zu erhalten, wollen die Unternehmen laut VCI-Präsident Ulrich Lehner Wartungsarbeiten an ihren Anlagen vorziehen und Arbeitszeitkonten ausschöpfen.

„Soweit die Arbeitszeitkonten gefüllt sind, kann man davon ausgehen, dass sie bei den aktuellen Produktionskürzungen genutzt werden“, sagte ein Sprecher des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie. Allerdings hat der BAVC keine Informationen darüber, welche Größenordnung die bestehenden Zeitkonten haben.

Die Leverkusener Bayer AG bestätigte, dass sie das Instrument flexibler Arbeitszeiten derzeit bei der Tochtergesellschaft Bayer Material Science nutzt, um schwache Auslastungen in einzelnen Werken auszugleichen.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hatte Mitte November bereits angekündigt, dass er bei den umfangreichen Produktionskürzungen möglichst flexible Arbeitszeitinstrumente nutzen will. Für das Ludwigshafener Stammwerk hat das Unternehmen dazu eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen, nach der Produktionsanpassungen über die flexible Handhabung von Arbeitszeitinstrumenten wie Zeitguthaben und Urlaub aufgefangen werden sollen. Nach derzeitigem Stand sind davon in Ludwigshafen rund 5 000 Mitarbeiter betroffen.

Kurzarbeit wird bei der BASF nicht ausgeschlossen, sollte die Nachfrageschwäche 2009 anhalten. Generell sind in der Chemiebranche bisher aber nach Einschätzung des VCI noch keine Hinweise zu erkennen, dass verstärkt Kurzarbeit in der Branche ansteht.

Da sie sämtliche Industriezweige beliefert, spiegelt die Chemiebranche die Konjunkturzyklen wider. Die Flaute bei den Autobauern und in der Bauindustrie macht sich also bei den Chemieunternehmen bemerkbar. Nur die weitgehend konjunkturunabhängige Pharmasparte wirkt stabilisierend.

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