Kuwaitischer Konzern will A340
Rechtsstreit um Gaddafis Luxus-Airbus

Auf 60 Millionen Euro wird der Wert des Prunk-Fliegers geschätzt: Libyens früherer Machthaber Muammar al-Gaddafi hatte einen Airbus A340 üppig ausstatten lassen. Nun sorgt der Flieger für einen Rechtstreit in Frankreich.

PerpignanDas luxuriöse Flugzeug des 2011 getöteten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi hat einen komplizierten Rechtsstreit in Frankreich ausgelöst. Vor einem Gericht der südfranzösischen Stadt Perpignan stritten am Montagnachmittag eine libysche Behörde und ein kuwaitischer Konzern über den umgebauten Airbus A340, der 2012 zur Reparatur nach Frankreich gebracht worden war.

Die kuwaitische Unternehmensgruppe Al-Charafi sieht sich im Recht, das Flugzeug zu versteigern, der Schätzwert liegt bei 60 Millionen Euro. Dagegen fordert die libysche Behörde für Spezialflüge das Flugzeug für sich zurück.

Bilder des üppig ausgestatteten Flugzeugs waren nach dem Sturz des Gaddafi-Regimes 2011 um die Welt gegangen, für die Rebellen war es ein Symbol für den verschwenderischen Lebensstil des Machthabers. 2012 ließ die libysche Übergangsregierung das durch Schüsse beschädigte Flugzeug zur Reparatur und Wartung nach Perpignan fliegen, mit den Arbeiten beauftragt wurde ein Subunternehmen der französischen Fluggesellschaft Air France.

Im Juni 2015 ließ der Al-Charafi-Konzern das Flugzeug aber in Frankreich beschlagnahmen. Hintergrund sind Forderungen des kuwaitischen Konzerns an Libyen, nachdem das Gaddafi-Regime 2010 einen Vertrag über den Bau eines Mittelmeer-Badeorts gekündigt hatte. Ein ägyptisches Schiedsgericht sprach Al-Charafi deswegen 935 Millionen Euro zu - und der Konzern will einen Teil des Geldes durch die Versteigerung des Airbus reinholen. Die libysche Behörde für Spezialflüge hält das wegen der staatlichen Souveränität Libyens für unzulässig und verlangt das Flugzeug zurück.

In dem Prozess in Perpignan ist auch Air France vertreten. Denn für Reparatur und Wartung der Maschine verlangt die Fluggesellschaft knapp drei Millionen Euro - hat bis heute aber kein Geld bekommen. Ein Urteil wird am 23. November erwartet.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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