Kyocera-Chef Makoto Kawamura
„Die Menschheit braucht saubere Energie“

Ein harter Konkurrenzkampf hat die Boombranche Solarenergie erfasst. Makoto Kawamura, der Chef des japanischen Konzerns Kyocera, erklärt im Interview mit dem Handelsblatt, wie er trotzdem vom Geschäft mit der Sonne profitieren will und warum die Produktion in China nicht das Allheilmittel ist.
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Handelsblatt: Kawamura-san, Kyocera setzt stark auf die Solarenergie. Warum sind Sie so sicher, dass der Markt dauerhaft umsatzkräftig ist?

Makoto Kawamura: Unsere Überzeugung wird getragen von zwei Punkten. Der erste sind die steigenden Anforderungen an den Umweltschutz. Die Menschheit braucht saubere Energie. Der zweite Punkt ist die Sicherung der Energie. Wegen der wachsenden Weltbevölkerung werden die fossilen Brennstoffe irgendwann erschöpft sein.

Welches Wachstum weltweit erwarten Sie bis 2015?

Das ist schwer zu beantworten, weil die Entwicklung des Marktes stark abhängig ist von staatlichen Fördermaßnahmen wie Zuschüssen und Einspeisevergütungen. Auch müssen die Kosten gesenkt werden, damit die Solarenergie wettbewerbsfähig wird. Wir gehen davon aus, dass der Markt 2015 optimistisch betrachtet insgesamt 2,8 mal so groß sein wird wie jetzt, das heißt bei etwa 35 Gigawatt liegt.

Aber ist Kyocera stark genug für diesen Markt? Die Konkurrenz ist groß, die japanischen Konzerne haben zuletzt deutlich Marktanteile verloren.

Erste Priorität für uns ist, die Position zu sichern, die wir zurzeit auf dem Markt haben. Daneben wollen wir natürlich auf Dauer den Marktanteil erweitern. Im Jahr 2012 wollen wir ein Produktionsvolumen von einem Gigawatt haben. Das ist 1,6 mal so viel wie derzeit.

Beim Verteilen des Kuchens herrscht Gedränge. Wer sind Ihrer Meinung nach auf Dauer die Hauptkonkurrenten?

Global gesehen sind es mehrere chinesische Anbieter. Südkoreanische Firmen fangen gerade an, ins Geschäft einzusteigen.

Um welchen Unternehmen aus Südkorea handelt es sich?

Ich meine Samsung und LG Electronics. Das sind beides weltweit bekannte Unternehmen mit viel Erfahrung auf dem globalen Markt. Sie werden sehr schnell ein wettbewerbsfähiges Niveau erreichen.

Wie wollen Sie sich gegen die Konkurrenz behaupten?

In Märkten wie Nordamerika, Europa, Japan und den anderen asiatischen Ländern glauben wir, uns durch die hohe Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen behaupten zu können. Bei Solaranlagen ist die Langlebigkeit und die Zuverlässigkeit des Produkts gefragt. Das können wir gewährleisten durch 35 Jahre Erfahrung in dem Geschäft.

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Kommentare zu " Kyocera-Chef Makoto Kawamura: „Die Menschheit braucht saubere Energie“"

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  • Da wird aber derbe auf reinhard eingeprügelt. ich nehme ihn in Schutz. Klaus, die Lüge mit der schnellen Endlichkeit der fossilen brennstoffe hat man mir schon vor 30 Jahren in der Schule aufgetischt. Da hieß es "in 50 Jahren ist das Erdöl aufgebraucht!". Ja dann werden wir mal schauen, wie es im Jahre 2030 aussieht? ich gehe davon aus, dass die Lüge von der Knappheit nur ein Ziel hat. Den Preis nach oben zu treiben. Denn, wenn da wirklich etwas knapp sein sollte, dann soll mir mal jemand erklären warum mit der Krise der Ölpreis so stark gefallen war? Wenn Erdöl so knapp ist, dann dürfte der Preis nur eine Richtung kennen, nämlich nach oben. Und dies ständig und viel steiler, als wir es erleben. Jeder Tag an dem wir Öl verbrauchen, müsste das benzin an der Tankstelle automatisch 10 ct. teurer werden. Denn wir steuern nunmal straff aufs Ende zu! Und das mit der Einwirkung von Abgasen auf die Umwelt ist ja auch nichts bewiesenes. Seltsam, dass die selben Politiker, die durch Subventionen die Solarbranche am Leben erhalten, sich für die eigene industrie einsetzen um Verträge mit China zu machen. Dabei geht es darum Ablegerfirmen der heimischen industrien in China zu fördern. Da darf dann unter ganz anderen Umweltaspekten ruhig weiter produziert werden. Wenn man in China an einem normalen sonnigen Tag die Sonne vor lauter Dunst sehen kann, dann kann man sich glücklich schätzen. Also wenn es hier um die Umwelt und nicht um billige Produktionsstätten zur Profitmaximierung ginge, dann müsste jede deutsche Firma und jeder deutsche Politiker sagen: "Nein dort produzieren wir nicht!" Wenn es ums Geld geht, dann ist erstens jedes Mittel recht und zweitens die Umwelt zweitrangig. Also komme mir Keiner mit Ethik, Anstand und Moral. Diese Worte existieren schon lange nur noch in büchern. Al Gore der Oberschwindler ist ein klassisches beispiel. Seine Weltuntergangsthesen in seinen Filmen wurden wissenschaftlich abgeschmettert. Selbst wohnt er in einer Villa mit Pool, dessen beheizung und Stromverbrauch 30 Einfamilienhäuser verbrauchen würden. Und wie finanziert er das alles? Durch die Dummen, die auf den Schwindel reinfallen.

  • reinhard,

    wieviele bP und Gazprom-Aktien haben Sie? Sie Ahnungsloser…

    Problematisch ist nicht die Solarenergie an sich, sondern dass sie in einem Stadium großmaßstäblich eingeführt wird, in dem der Erntefaktor zu niedrig ist.

    Jedes Kind kann nachrechnen, dass für die Produktion der jetzigen Zellen mehr fossile Energie verbraten wird, als sie in den nächsten 20 Jahren einspielen werden. bP und Gazprom sind also auf Sicht auch für Siliziumwafer.

    Der aktuelle Marktdruck ist daher eigentlich nur zu begrüßen. Leider werden immer mehr Fabriken für die 40 Jahre alte Wafertechnik gebaut, statt endlich mal energieeffiziente (und das heißt vor allem: ernteeffiziente) Zellen neuen Typs zu produzieren.

    Die Politik hat hier wirklich Nachholbedarf in Sachen VWL. Mit etwas Grobtuning sollte sich aus so einer Subvention aber auch ein Segen für Alle generieren lassen.

    Eins aber ist sicher: die Abgase der Menschen haben Wirkung auf die Atmosphäre. Wahrscheinlich haben wir die Zusammenhänge noch lange nicht ausreichend verstanden, aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir irreparable Schäden verursachen, steigt stündlich.

    Davor die Augen zu verschließen ist ideologische Verbohrtheit.

  • Hallo Reinhard, ist schon komisch: immer wenn mal einer was schlaues sagt, findet sich ein Dummer, der das kommentiert. Aber wenn Du denkst, dass Du dich gegen die Endlichkeit der fossilen brennstoffe wehren musst, solltest Du das natürlich tun!

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