Lacoste
Polo-Hemd als Fluch und Segen

Seit einem dreiviertel Jahrhundert verkauft die französische Firma Lacoste Polo-Hemden. Zwischenzeitlich als Spießerkleidung gescholten, gibt sich die Marke mit dem Krokodil zum 75. Geburtstag nun wieder richtig bissig. Dabei möchte sich Lacoste, einst von einem Tennisspieler gegründet, auch vom Image der reinen Sportler-Marke befreien.

KÖLN. Fast könnte man glauben, René Lacoste hätte die Zukunft vorausgeahnt, damals, 1923. Gegen den Trainer von Frankreichs Davis-Cup-Team wettete der Tennis-Star um eine Krokodilleder-Tasche, dass er in Boston das entscheidende Match gegen die USA gewinnen würde. Die Wette verlor er - den Spitznamen "The Alligator", den ihm ein Journalist gab, behielt er.

Ein Freund zeichnete ihm ein Krokodil und nähte die Stoffversion auf den Blazer, den Lacoste zu Turnieren trug. Im Laufe seiner Karriere gewann der Franzose dreimal die French Open (1925, 1927 und 1929), zweimal die US Open (1926 und 1927) und zweimal in Wimbledon (1925 und 1928).

Das grüne Krokodil soll für Zähigkeit stehen, entschied Lacoste vor rund 80 Jahren. "Es spiegelt meinen Kampfgeist wider: niemals die Beute hergeben."

Bereits 1929, mit 25 Jahren, musste Lacoste seine Tenniskarriere aus gesundheitlichen Gründen beenden. Das Unternehmen jedoch, das er 1933 gründete, entwickelte dieselbe Zähigkeit wie "The Alligator" auf den Courts der Welt. Seit einem Dreivierteljahrhundert verkauft Lacoste Polo-Hemden - ob sie nun en vogue sind oder nicht. Selbst als die Polos in den 90er-Jahren modemäßig in die Spießerfalle gerieten, biss sich Lacoste im Markt fest. Zum Jubiläum des 75-jährigen Bestehens schickt sich die Marke nun an, eine solide Grundlage für die nächsten 75 Jahre im Textilgeschäft zu schaffen.

Begonnen hat die Lacoste-Story mit einer Sportmoden-Revolte. Während seine Gegner allesamt in Oberhemden Tennis spielten, trat René Lacoste im kurzärmeligen Piqué-Hemd auf den Platz. Zusammen mit seinem Freund André Gillier, dem Inhaber des damals größten Strickwarenherstellers Frankreichs, begann er, Polo-Hemden mit aufgenähtem Krokodil herzustellen.

Das erste Logo der Modewelt ward erfunden - und Lacoste wurde berühmt: Winston Churchill trug die Marke ebenso wie Dwight D. Eisenhower, Grace Kelly oder Jackie Kennedy. 1965 verkaufte das Unternehmen 300 000 Kleidungsstücke, 2007 waren es 58 Millionen.

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