Lada-Hersteller Avtovaz lehnt weiteres Joint Venture mit General Motors ab
Verkauf von Opel-Motorenwerk gescheitert

Das Bochumer Opel-Motorenwerk wird nicht nach Russland verkauft. Wie am Wochenende vom russischen Lada-Hersteller Avtovaz bekannt wurde, werden die Anlagen zur Produktion von Opels FAM-1-Motoren nicht an die Wolga geliefert. Damit sind Pläne der Opel-Mutter General Motors (GM) gescheitert.

mbr MOSKAU. Der amerikanische Automobilkonzern GM hatte seit vier Jahren versucht, neben dem Joint Venture GM-Avtovaz, das den Geländewagen Chevrolet Niva herstellt, auch ein Gemeinschaftsunternehmen mit Russlands größtem Autohersteller zur Produktion von Motoren zu gründen. Der Avtovaz-Aufsichtsrat hat entsprechende Pläne nach einem Bericht des Moskauer Wirtschaftsblattes „Kommersant" jetzt aber endgültig abgelehnt. Lada wolle eigene, den Euro-Normen entsprechende Antriebe aus den bisherigen Motoren weiterentwickeln. Es werde keine weiteren Gemeinschaftswerke mit General Motors geben. Der Grund: Die Erfahrungen aus dem bisherigen Joint Venture seien schlecht gewesen, hieß es weiter.

Das ist ein weiterer Rückschlag für den krisengeschüttelten bislang noch weltgrößten Autokonzern, der in Russland stark wachsen will. Hinzu kommt, dass sich das in Russland gefertigte Modell Chevrolet Viva bisher deutlich schlechter verkauft als erwartet.

Erschwerend für die Pläne von General Motors in Russland kommt hinzu, dass vorige Woche der langjährige Lada-Chef Wladimir Kadannikow seinen Aufsichtsratsvorsitzposten aufgegeben hat. Er galt als Vater der russisch-amerikanischen Gemeinschaftsproduktion und wollte auch Opel Astra-Modelle an der Wolga herstellen. Jetzt soll er nach Presseberichten aber auch seinen Avtovaz-Anteil an den wichtigsten Lada-Zulieferer, Sok, verkauft haben und damit alle weiteren gemeinsamen Expansionspläne mit Opel und GM beerdigt haben.

Die Avtovaz-Aktien waren daraufhin in zweistelliger Größenordnung abgestürzt. Während in diesem Jahr erstmals mehr als die Hälfte der in Russland verkauften Autos Marken ausländischer Hersteller sind, sinkt die Produktion russischer Werke seit Jahren.

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