Längere Arbeitszeit
VW-Betriebsrat nennt seine Bedingungen

Der VW-Betriebsrat ist unter bestimmten Bedingungen zu Verhandlungen mit der Geschäftsleitung über das Thema längere Arbeitszeit bereit.

HB HAMBURG. Einer Arbeitszeitverlängerung „zum Nulltarif“ werde der Betriebsrat nicht zustimmen, bekräftigte Betriebsratschef Bernd Osterloh am Freitag. Für längere Arbeitszeiten müsse entsprechend mehr Lohn gezahlt werden. Zudem müsse das Management deutlich machen, wie VW für zusätzliche Arbeit in seinen Werken sorgen wolle. „Ich will wissen, was wir mit den Leuten machen, wenn die Arbeitszeit verlängert wird“, betonte Osterloh.

Volkswagen will die wöchentliche Arbeitszeit in den sechs schwach ausgelasteten westdeutschen Montage- und Komponentenwerke auf 35 Stunden zu gleichen Löhnen verlängern. Diese Forderung nannte Osterloh ein „unmoralisches Angebot“. Bei VW gilt derzeit die Vier-Tage-Woche mit 28,8 Stunden. Betriebsrat und IG Metall gehen davon aus, dass bei einer Verlängerung der Arbeitszeit auf 35 Wochenstunden tausende Arbeitsplätze bei dem Autobauer wegfallen würden.

Der Konzern hat in Aussicht gestellt, für eine höhere Auslastung in den Werken zu sorgen, wenn die Arbeitnehmer zur Arbeitszeitverlängerung bereit seien. Die Schritte dazu hat der Autobauer allerdings bislang offen gelassen. Erste Sondierungsverhandlungen zwischen Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertretung über ein Sanierungsprogramm hatten keine Klarheit gebracht.

Die Drohung von VW-Markenchef Wolfgang Bernhard mit der Verlagerung der Golf-Produktion ins Ausland hat zudem den Widerstand der Gewerkschaft provoziert. IG-Metall-Chef Jürgen Peters, der im Aufsichtsrat von Europas größtem Autobauer sitzt, hat es ausgeschlossen, dass die Arbeitnehmer bei Volkswagen unbezahlte Mehrarbeit leisten.

VW produziert in seinen westdeutschen Werken zu teuer im Vergleich zur internationalen Konkurrenz und hat deshalb ein Sanierungsprogramm angekündigt. Im Zuge der Neuordnung stellt der Autobauer bis zu 20 000 Arbeitsplätze in Frage - ein Fünftel der Belegschaft in Westdeutschland. Analysten gehen sogar davon aus, dass VW 30 000 Stellen zu viel hätte, wenn die Arbeitszeit verlängert würde.

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