Längere Laufzeiten
RWE will Profit aus AKW-Betrieb an Kunden weitergeben

Der Energiekonzern RWE will den zusätzlichen Gewinn, der aus einer Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken entstünde, auch zur Entlastung der Stromverbraucher nutzen. Damit geht der Energieriese auf eine Forderung der CDU ein.

HB DÜSSELDORF. Die CDU hatte angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs Atomkraftwerke länger am Netz lassen zu wollen. Im Gegenzug sollen Stromkonzerne einen Teil ihrer zusätzlichen Gewinne zur Senkung der Strompreise und für erneuerbare Energien zur Verfügung stellen. Vorstand und Betriebsrat begrüßten die Debatte über eine Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken, teilte RWE am Montag weiter mit. Könnten die Reaktoren länger am Netz bleiben, wolle RWE „sofort und vorbehaltlos mit den zuständigen Stellen“ Gespräche aufnehmen. „Wirtschaftliche Vorteile“ aus einer Verlängerung sollten genutzt werden, um Kunden zu entlasten. Bleibe der Kraftwerksblock Biblis A anders als im rot-grünen Atomkompromiss vorgesehen länger als 2010 am Netz, könne RWE etwa pro Jahr zusätzliche Erträge von rund 300 Mill. Euro pro Jahr vor Steuern erwirtschaften.

RWE sei bereit, „Mittel aus einer Laufzeitverlängerung für die Förderung der Energieeffizienz, zum Ausbau der Erneuerbaren Energien (..) oder anderer von der Bundesregierung zu bestimmender Ziele zur Verfügung zu stellen“, erklärte Konzernchef Jürgen Großmann. Die Politik könne dann entscheiden, ob aus dem Mitteln auch Sozialtarife für Strom-Kunden finanziert würden.

CDU-Generalsekretär Roland Pofalla hatte gesagt, bei längeren Laufzeiten würden die Stromkonzerne mit ihren Reaktoren zusätzliche Gewinne machen. Davon solle „ein beachtlicher Teil“ zur Senkung der Energiepreise und zur Forschung für Zukunftstechnologien verwendet werden. Mit dem Abschalten aller laufenden Atomreaktoren bis 2020, wie dies die rot-grüne Vorgängerregierung mit der Industrie vereinbart habe, ließen sich zudem aus Sicht der CDU die ehrgeizigen Klimaschutzziele für Deutschland nicht erreichen. Für eine Übergangszeit müssten die bestehenden Reaktoren, wenn sie Sicherheitsstandards erfüllten, weiterlaufen. Darüber werde eine neue CDU-geführte Bundesregierung mit den Betreiberfirmen wie E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW nach der Bundestagswahl verhandeln.

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